KI bleibt vor allem bei den Supportern
Auf den offiziellen AfD-Präsenzen spielt generative KI dagegen bislang nur eine geringe Rolle. Für die untersuchten Partei-Accounts wurden sämtliche öffentlich verfügbaren Beiträge vom 1. Januar bis 10. August 2026 geprüft.
Nur zwölf von Hunderten Videos erfüllten die Kriterien für einen relevanten Einsatz generativer KI. Auf den untersuchten offiziellen Accounts von AfD-Politikern fand sich kein entsprechendes Video; bei einzelnen Profilen kamen lediglich teilweise KI-generierte Bilder vor.
Auf den persönlichen Tiktok-Kanälen von zehn untersuchten AfD-Politikern, darunter Alice Weidel, Tino Chrupalla und Maximilian Krah, folgt die Kommunikation hingegen einer anderen Logik.
Dort stehen reale Politiker, Reden, Auftritte und positiv inszenierte Parteipositionen im Vordergrund. Die Supporter-Accounts arbeiten dagegen häufiger mit Memes, Überzeichnung, Humor und erfundenen Szenen.
Damit erfüllen offizielle und inoffizielle Accounts unterschiedliche kommunikative Funktionen. Für die Supporter gelten diese Grenzen weniger stark. Supporter sind dabei weniger an persönliche Authentizität gebunden und können politische Konflikte stärker fiktionalisieren.
Auffällig waren zudem einzelne inhaltliche Brüche innerhalb der untersuchten Supporter-Accounts. So veröffentlichte ein Profil, das ansonsten wiederholt migrationsfeindliche Narrative und Kritik an der Ukraine verbreitete, zwischenzeitlich ein Video, das Zuwanderung mit dem Bedarf an Arbeitskräften begründete.
Ob solche Widersprüche auf automatisierte oder stark standardisierte Produktionsprozesse, ungeprüft übernommene Inhalte oder schlicht inkonsistente politische Positionen zurückzuführen sind, lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht feststellen.
Was die Supporter-Kommunikation leistet
Welche Absicht die Betreiber der Accounts verfolgen, lässt sich aus den Videos allein nicht bestimmen. Auffällig ist aber ihre kommunikative Funktion.
Die AfD muss in vielen Beiträgen gar nicht selbst als Lösung auftreten. Stattdessen werden politische Gegner delegitimiert, wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme personalisiert und unterschiedliche Ängste zu einer gemeinsamen Niedergangserzählung verbunden.
Der Rentner mit zu wenig Geld, der vermeintliche Wohlstandsverlust durch die Ukraine oder die nostalgische Erinnerung an die D-Mark erzählen dabei im Kern dieselbe Geschichte: Deutschland verliert, während andere profitieren oder politische Verantwortliche versagen.
Solche Inhalte können der AfD damit indirekt zugutekommen, ohne dass jeder Clip zu ihrer Wahl aufrufen oder ihre Positionen ausführlich erklären muss.
Auffällig ist zudem das schon erwähnte Fehlen expliziter migrationsbezogener Narrative, dabei ist allerdings ein möglicher Selektionseffekt zu berücksichtigen, der auf der nächsten Seite näher beschrieben wird.
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