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Friedrich Merz als Hauptfigur

Besonders deutlich zeigt sich diese Personalisierung bei Friedrich Merz. Er wurde in 174 erfassten Darstellungen zur mit Abstand häufigsten realen Person des Samples. Fiktive Figuren kamen auf 157 Vorkommnisse und verkörperten oft "den deutschen Bürger", Rentner oder andere vermeintlich Benachteiligte.

Deutschland selbst wurde 76-mal als Entität personifiziert. Wolodymyr Selenskyj erschien in 19 Fällen, Alice Weidel in 18. Damit richtet sich die visuelle Aufmerksamkeit stärker auf einen politischen Gegner als auf eine prominente AfD-Politikerin.

Merz erscheint dabei nicht nur besonders häufig, sondern übernimmt wiederholt dieselbe narrative Rolle: Er wird als konkreter Verantwortlicher für abstrakte gesellschaftliche oder wirtschaftliche Probleme inszeniert. Besonders häufig wird er mit Selenskyj beziehungsweise der Ukraine verknüpft: Der "deutsche Bürger" verliert, Merz verteilt, die Ukraine erhält.

Die politische Botschaft wird dadurch vor allem über Rollen und Konflikte vermittelt. Genau an dieser Stelle verändert generative KI die Form der politischen Inszenierung.

Vom Euro bis zur Rentenangst

KI dient hier nicht bloß als Bildgenerator. Sie macht abstrakte politische Behauptungen als kurze Szenen sichtbar. Die D-Mark kann als Figur einer angeblich besseren Vergangenheit auftreten, der Euro als Symbol für Preissteigerung und Wohlstandsverlust.

Rentenpolitik wird nicht über Beitragssätze oder Demografie erzählt, sondern über synthetische Rentner, die Pfand sammeln, einen Ehering verkaufen oder weitere Belastungen fürchten. Auch migrationsfeindliche Botschaften können über die Bildsprache transportiert werden, ohne dass entsprechende Begriffe im gesprochenen Text fallen.

So tauchen in den untersuchten Videos etwa Figuren auf, deren Präsenz eine behauptete "Islamisierung" Deutschlands symbolisieren soll. Auffällig ist dabei, dass Einwanderung häufig nicht mehr als zukünftiges Problem dargestellt wird.

Migration wird damit weniger als bevorstehende Entwicklung inszeniert, sondern als Ursache eines vermeintlich bereits eingetretenen gesellschaftlichen Zustands.

Ob Produzenten solche visuellen Umwege bewusst wählen, um Moderation zu umgehen, lässt sich mit der Golem-Analyse nicht belegen.


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