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KI: Per Vibe-Coding 1.000 Seiten migriert und 80 Prozent Traffic verloren?

Wie wir unsere Webseite mit Claude Code an einem Nachmittag neu gestaltet haben und dabei einen großen Schreckmoment hatten.
/ Lex Avstreikh
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Es war eine Umstellung mit Schrecken, aber einem Happy-End. (Bild: u_uo5rq26lat /Pixabay)
Es war eine Umstellung mit Schrecken, aber einem Happy-End. Bild: u_uo5rq26lat /Pixabay
Inhalt
  1. KI: Per Vibe-Coding 1.000 Seiten migriert und 80 Prozent Traffic verloren?
  2. Der 80-Prozent-Traffic-Rückgang

Dieser Text ist eine Übersetzung. Das Original des Entwicklers Lex Avstreikh ist hier zu finden(öffnet im neuen Fenster).

Am 30. Dezember 2025 umfasste die Webseite von Hopsworks weit über 1.000 Seiten: Blogs, lexikalische Einträge, Videos und andere Inhalte – vor allem aber eine Menge veralteter Seiten und Landingpages.

Jetzt, im Februar 2026, haben wir dank Tools wie Claude Code alles komplett umgestellt. Innerhalb einer Woche haben wir unsere Seitenanzahl halbiert, uns von unserem alten Hosting und CMS verabschiedet und im Grunde die gesamte Webseite neu strukturiert.

Das Ergebnis ist eine Plattform, die

  • SEO- und AEO-freundlicher (Agentic Engine Optimization) ist,
  • schneller beim Laden
  • einfacher zu aktualisieren und
  • kostengünstiger in der Wartung (mit weniger Anbieterabhängigkeit und technischen Schulden)

2018 hatten wir uns für Webflow als Hosting- und CMS-Lösung entschieden. Es war genau das, was wir damals brauchten. Es war für Menschen ohne fundiertes Technikwissen einfach zu warten und erleichterte das Hinzufügen von Inhalten.

Aber wie alles, hatte dieser Komfort seinen Preis. Im Laufe der Zeit sammelten sich Schichten von Altinhalten und strukturellen Schulden an. Wir waren zudem stark von der Plattform abhängig, die gesamte Bibliothek wurde auf dieser Infrastruktur gehostet und wir konnten kaum wechseln.

Der Umstieg auf Code-First

In letzter Zeit wurden dann einige bei uns im Team zu begeisterten, mitunter überaus begeisterten Nutzern von Claude Code – wie viele der Nutzer in euren sozialen Medien. Als immer mehr von uns es verwendeten, änderte sich unsere gesamte Denkweise.

Uns Product Ownern und Marketingfachleuten wurde klar, dass wir keine Zeit mehr damit verbringen wollten, in einer Benutzeroberfläche Kästchen zu verschieben. Wir wollten den Code direkt ändern und gestalten, um das zu erzeugen, was wir brauchten, oft auf der Grundlage bestehender Inhalte.

Der praktische Low-Code-/UI-gesteuerte Ansatz von Webflow war da nicht mehr ganz so praktisch. Wir wollten nicht mehr nur hier und da an einer Komponente feilen. Das Drag-and-Drop war zu einer Last geworden, die wir loswerden wollten.

Die Migration

Wir haben schnell durchgezogen, luden die gesamte Webseite und ihre Inhaltsbibliothek herunter, baten Claude, sie zu analysieren, erstellten mit einem Open-Source-Headless-CMS ein Grundgerüst und migrierten alle Inhalte nach Markdown. Anschließend erstellten wir das Frontend neu, teilweise auf Basis derselben UI-Bibliothek, die wir für unsere eigene Softwareplattform verwenden.

Zwei Stunden später war ein funktionsfähiger, brauchbarer Entwurf mit dem gesamten Inhalt der alten Webseite online.

Zwei Stunden also, um eine funktionsfähige Webseite auf Basis der 1.000 Seiten der alten Version neu aufzubauen, sie umzugestalten und wieder bereitzustellen. Dazu kamen noch ein paar weitere Stunden, um ordentliche Weiterleitungen, SEO, Feinschliff und Debugging einzurichten. Es war ein kathartischer, aber auch beängstigender Vorgang, an einem einzigen Nachmittag sechs Jahre Beziehung zu einem Toolset zu tilgen.

Ein unerwarteter Vorteil dieser Umstellung ist der kulturelle Wandel im Team. Die Heranführung auch weniger technikaffiner Teammitglieder an einen Stack – bestehend aus Versionskontrolle, IDEs und CLIs – zwingt sie dazu, sich mit den Tools auseinanderzusetzen, die unser Entwicklerteam täglich nutzt.

Das verkleinert die Verständnislücke zwischen den Teams, alle sprechen nun eine ähnliche Sprache. Auch wenn die Tiefe des Fachwissens unterschiedlich ist, ist das doch ein guter Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit.

Hier die Vorteile auf einen Blick:

Die Vorteile der Umstellung
Webflow / SaaSCode-First (CC-Webseite)
Bearbeitungauf Symbol- (Komponenten) oder Seitenebeneglobale Ersetzungen und Refactorings
VersionierungBackup-System, nur für die gesamte WebsiteGithub
Hostingintegriertselbstverwaltet
Lock-infast vollständig (Inhalt und Code)keiner (alles lokal oder im Repo)
Onboarding neuer BenutzerWochenStunden (oder bei Entwicklern: sofort)
Entwickler befähigenunmöglicheinfach (Markdown in Repo hochladen)

Nun aber zur Kehrseite: Die vollständige Kontrolle über unseren Code bedeutete nämlich auch, dass wir niemandem mehr die Schuld geben konnten, wenn etwas schiefging. Und es ging alles schief.


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