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KI: OpenAI macht Deal mit dem Pentagon

OpenAI -Chef Sam Altman hat sich mit dem US-Verteidigungsministerium geeinigt, dass seine Tools in den Netzen des US-Militärs genutzt werden dürfen.
/ Andreas Donath
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OpenAI-Chef Sam Altman (Bild: John Macdougall/AFP via Getty Images)
OpenAI-Chef Sam Altman Bild: John Macdougall/AFP via Getty Images

Nach der Weigerung des KI-Anbieters Anthropic, seine Software für militärische Zwecke komplett freizugeben, hat das US-Pentagon nun einen Vertrag mit dem Konkurrenten OpenAI abgeschlossen. Firmenchef Sam Altman bestätigte in einem Posting auf X,(öffnet im neuen Fenster) dass sein Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium getroffen habe.

Die KI-Modelle des Unternehmens dürfen künftig auf geheimdienstlich klassifizierten Netzwerken betrieben werden, unter Bedingungen, die Altman als Branchenstandard für alle KI-Unternehmen fordert.

Der Vertrag enthalte explizite Verbote: keine massenhafte Überwachung der eigenen Bevölkerung, kein autonomer Waffeneinsatz ohne menschliche Kontrolle. Altman schrieb, dass das Ministerium diesen Grundsätzen zugestimmt habe. OpenAI werde zudem eigene Entwickler beim Kunden einsetzen, sogenannte Forward Deployed Engineers (FDE). Der Einsatz bleibe auf Cloud-Netzwerke beschränkt.

Ein Vertrag als Schablone – oder als Trennlinie

Altmans Aufruf, das Verteidigungsministerium solle allen KI-Unternehmen identische Konditionen anbieten, ist kein neutraler Appell. Er ist eine direkte Reaktion auf den Fall Anthropic . Dessen CEO Dario Amodei hatte zuvor erklärt, sein Unternehmen könne den Forderungen des Pentagons nicht zustimmen – das Ministerium hatte uneingeschränkten Zugang zu Claude verlangt, einschließlich möglicher Nutzung für Massenüberwachung und autonome Waffensysteme.

Die Reaktion aus Washington auf Anthropics Haltung(öffnet im neuen Fenster) folgte prompt. Präsident Trump ordnete an, alle Bundesbehörden sollten Anthropics Technologie sofort abschalten . Das Verteidigungsministerium kündigte einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag und stufte Anthropic als Lieferkettenrisiko ein.

Amodei hatte in seiner Erklärung argumentiert, der automatisierte Aufbau von Bürgerprofilen aus öffentlich zugänglichen Daten – Bewegungsmuster, Browserverläufe, soziale Verbindungen – überschreite eine demokratische Grenze, unabhängig davon, ob geltendes Recht dies explizit verbiete.

Die Branche beobachtet – und Mitarbeiter halten vorerst zusammen

Rund 500 Mitarbeiter von OpenAI und Google unterzeichneten in den vergangenen Tagen einen offenen Brief mit dem Satz " We will not be divided(öffnet im neuen Fenster) " . Nun ist aber offenbar Sam Altman losgeprescht und kooperiert mit dem Verteidigungsministerium.

Ob Altman dabei dieselben Bedingungen durchgesetzt hat, die Anthropic verlangte, ist allerdings fraglich: Bei Waffensystemen verlangte Anthropic menschliche Aufsicht vor einer Entscheidung, OpenAIs Vertrag spricht lediglich von menschlicher Verantwortung, die auch nachträglich zugewiesen werden kann. Beim Thema Überwachung wollte Anthropic Schutzklauseln jenseits des geltenden Rechts , OpenAIs Vertrag verweist auf eben dieses Recht als Garantie, das Anthropic als unzureichend bezeichnet hatte.

Ob das Verteidigungsministerium die Konditionen nun auch anderen Unternehmen anbieten wird, bleibt offen.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte Mitte Januar 2026 die KI-Strategie des US-Militärs vorgestellt . Hegseth sagte dazu: "Die KI des Kriegsministeriums wird nicht woke sein. Sie wird für uns arbeiten. Wir entwickeln kriegsbereite Waffen und Systeme, keine Chatbots für die Lounge einer Eliteuniversität."


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