Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

KI-Monitor 2026: Sorge um Arbeitsplatz steigt mit KI-Wissen

Eine repräsentative Umfrage der TU Darmstadt zeigt: Wer KI gut versteht, sorgt sich häufiger um den eigenen Arbeitsplatz.
/ Nils Matthiesen
34 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
KI-Kenntnisse steigern Angst vor Jobverlust. (Symbolbild) (Bild: Pavel Danilyuk / Pexels)
KI-Kenntnisse steigern Angst vor Jobverlust. (Symbolbild) Bild: Pavel Danilyuk / Pexels

Eine repräsentative Umfrage der TU Darmstadt(öffnet im neuen Fenster) unter mehr als 2.000 Menschen in Deutschland widerlegt die Annahme, dass Ängste vor künstlicher Intelligenz vor allem auf Unwissenheit beruhen.

Dem KI-Monitor 2026 zufolge erwarten 42,8 Prozent der Befragten mit sehr fundierten KI-Kenntnissen, dass KI in naher Zukunft ihre Arbeit übernehmen könnte. Bei Personen mit sehr geringem KI-Wissen liegt dieser Wert bei lediglich 6,2 Prozent. Projektleiter Professor Peter Buxmann bezeichnete dieses Ergebnis als bemerkenswert und besorgniserregend, da in Debatten häufig fehlende Informationen als Ursache für Bedenken angenommen werden.

Konkret geht aus den Daten hervor, dass Personen mit vertieftem KI-Wissen das disruptive Potenzial der Technologie klarer erkennen. Entscheidend für das Risiko, ersetzt zu werden, ist dabei weniger die Branche als die Digitalisierbarkeit der tatsächlichen Arbeitsergebnisse. Wer Texte, Analysen, Berichte, Code oder Präsentationen erstellt, ist stärker gefährdet als Personen, deren Tätigkeit an eine physische Präsenz gebunden ist.

Weiterbildungsdefizit und pragmatische Sorgen

Eine weitere Erkenntnis: Obwohl viele Beschäftigte KI als disruptive Technologie wahrnehmen, fehlt es in der Praxis an Weiterbildung. Lediglich 15 Prozent der Befragten haben bisher an Schulungen zum Umgang mit KI teilgenommen, was auf eine erhebliche Qualifikationslücke hinweist. Die geäußerten Sorgen der Befragten sind dabei überwiegend pragmatischer Natur.

KI-Halluzinationen und Datenschutz stehen an der Spitze der Befürchtungen. Dagegen halten nur vier von zehn Befragten eine künftige Superintelligenz für wahrscheinlich. Jüngere Beschäftigte äußerten eine höhere Arbeitsplatzangst als ältere. Insgesamt stieg die Sorge um die Arbeitsplatzsicherheit im Vergleich zum Vorjahr über alle Arbeitsgruppen hinweg an.

Buxmann sprach sich gegen reine Beruhigungsversuche aus. Der Verlust einer Beschäftigung bedeute neben dem Einkommensverlust auch den Verlust sozialer Kontakte sowie einer sinnvollen Aufgabe. Den Befürchtungen müsse daher mit gezielter Weiterbildung und einer ehrlichen Debatte begegnet werden. Zwar schafft generative KI neue Arbeitsplätze, ersetzt wegfallende Stellen jedoch voraussichtlich nicht im Verhältnis eins zu eins.


Fast täglich gibt es Neues aus der KI-Welt – ein neues Produkt hier, aktuelle Forschung da: Vielleicht ist es ein Durchbruch! Doch wie ist das zu bewerten? Mit dem Golem-Newsletter AI Lab Report behaltet ihr den Überblick über die wichtigsten Entwicklungen. Der Newsletter ist kostenlos, ihr könnt ihn hier abonnieren.


Relevante Themen