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KI-Klausel und Synchronisation: Netflix betont menschliche und schauspielerische Komponente

Im Streit um KI-Klauseln für deutsche Synchronsprecher gibt es eine Reaktion von Netflix, nachdem für erste Filme Stammsprecher ausgetauscht wurden.
/ Ingo Pakalski
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Wegen der Netflix-KI-Klauseln wird Jennifer Lopez in Office Romance nicht mehr von Natascha Geisler synchronisiert. (Bild: Noam Galai/Getty Images for Netflix)
Wegen der Netflix-KI-Klauseln wird Jennifer Lopez in Office Romance nicht mehr von Natascha Geisler synchronisiert. Bild: Noam Galai/Getty Images for Netflix

Bei ersten Netflix-Produktionen wurden die Stammsprecher bekannter Schauspieler ausgetauscht, weil sich einige Synchronsprecher weigern, die von Netflix verlangte KI-Klausel zu unterzeichnen. "Die menschliche, schauspielerische Komponente ist und bleibt für uns wichtig", sagte eine Netflix-Sprecherin dazu auf Nachfrage von Golem.

"Die Vereinbarungen, die Netflix im vergangenen Jahr proaktiv mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) zu KI getroffen hat, zeigen, dass uns der Schutz der Sprecherinnen und Sprecher wichtig ist", betont die Sprecherin. Es wird darauf verwiesen, dass es eine "Gruppe von Synchronsprecherinnen und -sprechern" gibt, "die basierend auf der aktuellen Vereinbarung arbeiten".

"Deutsche Synchronisation ist für Netflix von zentraler Bedeutung", heißt es vom Unternehmen. Seit vielen Jahren investiere Netflix "gezielt in die deutsche Synchronbranche und die beteiligten Kreativen". Netflix nehme die "aktuellen Diskussionen" ernst, "um den Schutz von Sprecherinnen und Sprechern ausdrücklich zu stärken".

Netflix und BBFS verteidigen getroffene Regelung

Dazu gehöre die "klare Vorgabe, dass die Nutzung einer mittels KI generierten digitalen Nachbildung einer Stimme nur mit ausdrücklicher (und gesonderter) Zustimmung der betroffenen Sprecherinnen und Sprecher erfolgen darf", betont Netflix. "Die Nutzung von KI durch Netflix erfolgt im Einklang mit geltendem Recht", heißt es vom Unternehmen.

Der BFFS hatte am 30. April 2025 eine Vereinbarung für die KI-Nutzung von Synchronstimmen mit Netflix getroffen. Aus Sicht des BFFS bietet die aktuelle Netflix-Regelung einen Rechtsrahmen als Grundlage für eine existenzielle Absicherung der Synchronbranche, indem eine künftige Vergütung von KI-Stimmen ermöglicht werde, die Gesetze so nicht vorsähen.

VDS kritisiert die KI-Klausel von Netflix

Durch die Zustimmung zur KI-Klausel dürfe die eigene Stimme später nicht frei von Netflix verwendet werden, betont der Verband. Parallel zum BFFS existiert in Deutschland der Sprecherverband VDS, der die Interessen anderer Synchronsprecher als der BFFS vertritt.

Der VDS kritisiert die vereinbarte Regelung und verlangt, dass Sprecher "frei darüber entscheiden dürfen, ob ihre persönlichen Daten, ihr Instrument, ihre Essenz unwiederbringlich in KI-Software eingespeist werden dürfen oder nicht". Sie müssten die "Nutzung ihrer persönlichen Daten ablehnen dürfen, ohne negative Konsequenzen für zukünftige Projekte zu fürchten".

Seit Monaten bemühe sich der VDS nach eigenen Angaben um Verhandlungen mit Netflix, ohne dass das Unternehmen bisher darauf eingegangen sei. Auf Nachfrage von Golem wollte sich Netflix nicht dazu äußern, warum das Unternehmen nicht mit dem VDS über eine andere Lösung verhandelt.

Netflix liefert derzeit keine Liste mit Filmen oder Serien, bei denen die Stammsprecher bekannter Personen oder Rollen ausgetauscht wurde. Auch der Presse möchte Netflix eine solche Auflistung nicht zur Verfügung stellen.


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