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KI-Infrastruktur: Meta-Chef Zuckerberg erwägt Einstieg ins Cloudgeschäft

Mark Zuckerberg muss wegen seiner gigantischen KI-Investitionen die Aktionäre beruhigen. Man könne das alles auch als Cloud vermieten, sagte er auf der Hauptversammlung.
/ Achim Sawall
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Meta-Rechenzentrum in Altoona, Iowa (Bild: Meta)
Meta-Rechenzentrum in Altoona, Iowa Bild: Meta

Um Überkapazitäten bei seinen massiven KI-Investitionen zu nutzen, schließt Meta-CEO Mark Zuckerberg die Vermietung von Serverkapazitäten nicht aus. Wie Zuckerberg auf der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns am 27. Mai 2026(öffnet im neuen Fenster) in einer Fragerunde erklärte, sei ein Einstieg in den Markt für Cloudinfrastruktur "definitiv eine Option".

Das Unternehmen würde damit in direkte Konkurrenz zu Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud treten.

Der Schritt hänge davon ab, ob der massive Ausbau der Rechenzentren mehr Kapazitäten hervorbringt, als für die eigenen KI-Workloads benötigt werden. "Wenn wir an einen Punkt kommen, an dem wir das Gefühl haben, zu viel gebaut zu haben, dann ist das eine Option, die wir haben", so Zuckerberg vor den Aktionären.

"Fast jede Woche treten verschiedene externe Unternehmen an uns heran, entweder mit der Bitte, einen API-Dienst bereitzustellen, oder mit der Frage, ob wir Rechenkapazitäten vorrätig haben, die sie uns gegen einen Aufpreis im Vergleich zu unserem eigenen Einkaufspreis abkaufen könnten", sagte Zuckerberg.

Der Schritt würde eine strategische Neuorientierung für den Social-Media-Konzern bedeuten. Bislang ist Meta der einzige US-Hyperscaler von globaler Bedeutung, der keine eigenen Clouddienste vermarktet, sondern seine Rechenleistung ausschließlich für eigene Plattformen wie Facebook, Instagram und Whatsapp nutzt.

Hintergrund der Überlegungen sind die explodierenden Kosten für den Ausbau der KI-Hardwareressourcen. Erst kürzlich hatte Meta seine Investitionsprognose (Capital Expenditures) für das laufende Jahr 2026 erneut stark nach oben korrigiert: von zuvor 115 bis 135 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 125 bis 145 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil dieser Summen fließt in High-End-KI-Beschleuniger und den Bau sehr großer Rechenzentren.

Der Aufbau eines Enterprise-Cloudgeschäfts erfordert jedoch mehr als KI-Hardware: Nötig wären auch entsprechende Software-Stacks, Vertriebsstrukturen sowie Compliance- und Sicherheitsgarantien für Unternehmenskunden.

Erste Bezahl-Abos für Meta AI angekündigt

Neben der Infrastruktur sprach Zuckerberg auch über die direkte Monetarisierung von KI-Diensten für Endverbraucher. Das Unternehmen kündigte an, erste kostenpflichtige Monatsabonnements für seine Meta AI-Anwendung zu testen. Die Tarife sollen je nach Funktionsumfang 7,99 oder 19,99 US-Dollar kosten und zunächst in Singapur, Guatemala und Bolivien erprobt werden. Nutzer würden zunehmend leistungsfähigere KI-Assistenten fordern, deren hohe Rechenlast über Premium-Modelle refinanziert werden müsse.

Der Konzern hat die KI einfach tief in die Suchleisten und Chats von Whatsapp, Instagram und dem Facebook Messenger integriert, verdient aber damit direkt kein Geld. Die KI-Modelle wie die Llama-Familie oder das neue Muse Spark steuern im Hintergrund aber das Targeting von Anzeigen und optimieren die Feeds.

Während die monatlichen Nutzerzahlen gigantisch sind, verwenden nur etwa vier Prozent die KI täglich. Bei Meta AI ist es oft nur ein beiläufiges Klicken innerhalb einer Social-Media-App. Als Arbeitstool ist Meta AI bei den meisten Nutzern nicht verankert. Die App-Stores zeigen, dass die eigenständige Meta-AI-App im Vergleich zur Konkurrenz eher verhalten anläuft.


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