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KI in Spielen: Warum DLSS 5 nicht Nvidias "ChatGPT-Moment" wird

Nvidia hat sich für die Präsentation von DLSS 5 einen ziemlich schlechten Zeitpunkt ausgesucht. DLSS 5 ist für einige sogar sexistisch.
/ Oliver Nickel
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DLSS 5 nutzt KI, um Licht, Schatten und Geometrie zu verändern. (Bild: Nvidia)
DLSS 5 nutzt KI, um Licht, Schatten und Geometrie zu verändern. Bild: Nvidia
Inhalt
  1. KI in Spielen: Warum DLSS 5 nicht Nvidias "ChatGPT-Moment" wird
  2. Sexismus durch DLSS 5

Nvidias eigene Hausveranstaltung GTC ist für das Unternehmen stets eine Plattform gewesen, um künftige Technologien und Ideen vorzustellen. Im Jahr 2026 will der Konzern seinen eigenen "ChatGPT-Moment" haben. So bezeichnet Nvidia-CEO Jensen Huang die neue Technik DLSS 5 . Denn sie soll wohl, wie das im Jahr 2022 vorgestellte Tool von OpenAI, eine neue Welle der KI-gestützten Inhaltserstellung, in diesem Fall in der Spieleentwicklung, auslösen.

Der Clou: Mithilfe generativer KI sollen Lichteffekte in Spielen realistischer aussehen. So sollen auch ältere Games oder solche, die mit Lichteffekten und ungenauen Texturen arbeiten, einen High-End-Look erhalten. DLSS 5 wird dabei direkt in die Rendering-Pipeline eingegliedert.

Ein Vorteil dürfte (in Zukunft) vor allem die verbesserte Leistung in Echtzeit sein und dass die KI direkten Einfluss auf die Darstellung von Geometrie und Texturen nehmen kann. Es können also theoretisch nicht nur Lichteffekte ergänzt, sondern auch Details hinzugefügt werden. Die Technik wurde unter anderem in einem Briefing erklärt, an dem auch Golem teilnahm.

Verfälschen des visuellen Stils?

Die Präsentation auf der Bühne sorgte auf der einen Seite für Staunen: In ersten Videos zeigte Nvidia Spielszenen aus Titeln wie Resident Evil Requiem, The Elder Scrolls Oblivion Remastered oder Starfield. Bei eingeschaltetem DLSS werden Charaktere mit Details an Gesicht, Kleidung und Körper ausgestattet, die in den unbearbeiteten Szenen niemals zu sehen sind. Die Figuren wirken realistisch.

Nach Meinung vieler aus Presse und Community fast schon zu realistisch. Denn andererseits wirken die gezeigten Szenen fast so, als stammten sie aus einem KI-Bildgenerator und nicht von echten Menschen. "Wir sind von Raytracing zu Slopfacing gekommen" , schreibt eine Person in den Kommentaren unter einem Youtube-Video von Digital Foundry(öffnet im neuen Fenster) .

Das Magazin ist eines der ersten, das Videocontent zu DLSS 5 veröffentlichte. "Das vandalisiert die Kunstrichtung komplett und verhöhnt Quellenmaterial und die von den Entwicklern gewollte Atmosphäre" , schreibt eine weitere Person auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) .

Ein Konsens für viele Teile der Community ist, dass DLSS 5 wohl zu tief in die visuelle Präsentation von Spielen eingreift. Charaktere würden stets wie KI-generierte Bilder und Szenen zu ähnlich aussehen. Dabei gehe die künstlerische Intention der Spieleentwickler verloren. In den gezeigten Demos sollte beachtet werden: Die Szenen wurden von den Machern der jeweiligen Games vorher abgenommen. Sie sollen wohl zeigen, was mit der Technik möglich ist.

Teilweise wird Nvidia aber sogar Sexismus vorgeworfen.


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