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Sexismus durch DLSS 5

Interessante Sichtweisen stammen aus dem Girlgamer-Subreddit(öffnet im neuen Fenster) . Einige gezeigte Figuren, vornehmlich Frauen, würden durch DLSS 5 künstlich aufgehübscht. "Das erinnert mich daran, wie Gooner-Incels KI genutzt haben, um Aloys Gesicht zu editieren, weil sie sie nicht attraktiv genug fanden. Ekelhaft" , schreibt jemand in einem Thread und spielt dabei auf eine Diskussion aus dem Jahr 2021 an. Die Technik würde etwa Make-up, Lippenfüller und andere kosmetische Veränderungen durchführen.

Der Nvidia-CEO begegnet solchen Reaktionen mit direkten Worten. "Sie liegen komplett falsch" , sagt Huang . DLSS 5 soll Entwicklern Tools an die Hand geben, um das KI-Modell nach ihren Wünschen anzupassen und mit ihren eigenen Daten zu trainieren. Sie sollen bestimmen können, wie stark Licht, Schatten und Geometrie davon beeinflusst werden. Eine Trainings-Pipeline könnte Studios zudem ermöglichen, das Modell mit dem eigenen Art-Stil zu trainieren.

Die Ergebnisse könnten in der Theorie also mehr sein als "KI-Bildfilter" . Allerdings präsentierte Nvidia DLSS 5 so, als würde die Technik klassische Spiele mit ihren eigenen Ecken und Kanten wie jedes andere Spiel aussehen lassen. Bei der aktuell generell eher negativen Stimmung gegenüber KI-Modellen, Stichwort: KI-Slop, ist das eher schlechtes Timing.

Schlechter Zeitpunkt für DLSS 5

Im Gegensatz dazu ist OpenAI mit ChatGPT zu einem Zeitpunkt auf dem Markt erschienen, als KI-Systeme für die große Allgemeinheit in Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten und nicht in Kombination mit Bildern, Texten und Sprachausgabe standen. Obendrein konnte ChatGPT von Anfang an kostenlos genutzt werden. Die darauffolgende Hype-Welle und Aufbruchsstimmung in ein Zeitalter der LLMs waren vorprogrammiert.

DLSS 5 ist hingegen auch zum Release 2026 wohl eher Menschen vorbehalten, die sich eine High-End-Grafikkarte von Nvidia leisten können und wollen. So lief etwa die auf der GTC gezeigte Demo auf zwei RTX-5090-Grafikkarten. Das würde aktuell einem Kaufpreis von mindestens 7.800 Euro entsprechen.

Die Richtung ist allerdings klar und wird sich wahrscheinlich nicht ändern. Optimiert Nvidia die KI-gestützte Rendering-Technik weiter, dürfte sie ein wichtiges Tool für Entwicklerstudios werden. In der Theorie können damit auch leistungsbedürftige Techniken wie Echtzeit-Raytracing ersetzt oder hochauflösende Texturen obsolet gemacht werden. Das wird auch für die kommende Konsolengeneration interessant, die für gewöhnlich mit weniger Hardware möglichst gute visuelle Ergebnisse erzeugen muss.

AMD, das Chips für Xbox und Playstation entwickelt, ist definitiv unter Zugzwang, während Nvidia kommende Grafikkarten mit DLSS 5 ausliefern und es gleichzeitig auf älteren Generationen sperren kann. Allerdings sollte es möglich sein, ein solches Tool zu nutzen, ohne die Optik des gesamten Spiels signifikant zu verändern. Ein ChatGPT-Moment ist DLSS 5 momentan nämlich nur im Konferenzraum für Nvidia-Manager.


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