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Patienten sind skeptisch

Verschiedene Studien deuten auf eine gespaltene Meinung zu den lernfähigen Systemen. So hat zum Beispiel die Technologieberatung Bearing Point im vergangene Jahr 1.031 Freiwillige in Deutschland zum Thema KI und Pflegeroboter online befragt. Die Teilnehmer konnten dabei Aussagen in einem Raster von "trifft voll zu" bis zu "trifft nicht zu" bewerten. Dabei lehnten 63 Prozent der Befragten die Diagnose durch einen Computer ab. Es würden zwar 61 Prozent die Behandlung durch einen Arzt in Kombination mit einem Computer akzeptieren, aber ob das genug ist, ist unklar. Schließlich lehnen trotzdem gute 39 Prozent diese Behandlungsform immer noch ab. Wieso das so ist, wird in der Studie nicht erläutert.

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Vermutlich haben die Patienten Angst, dass die Verantwortung am Ende vollständig auf einen Computer übertragen wird, wodurch der Arzt immer stärker in den Hintergrund rückt. Allerdings hat das Unternehmen diese Studie in keinem Fachmagazin publiziert, sie ist zudem mit 1.031 Befragten aus Deutschland auch nicht gerade repräsentativ für das ganze Land.

Auch der Future Health Index führte 2017 eine Online-Umfrage durch, bei der die Teilnehmer unter anderem zur Akzeptanz von technologiegestützten medizinischen Versorgung befragt wurden. Die Forschungsplattform fragte zum Beispiel 29.410 freiwillige Teilnehmer aus insgesamt 19 Ländern - unter anderem Deutschland, Singapur und der Schweiz -, welche Werkzeuge und andere Technologien ihrer Meinung nach den größten Einfluss auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung hätten. 15 Prozent sprachen sich dabei für medizinische Callcenter aus, die mit einer KI ausgestattet sind, und lediglich zehn Prozent für eine robotergestützte Gesundheitsversorgung.

Interessant ist jedoch, dass 25 Prozent und damit die Mehrheit für intelligente Gesundheitstracker wie zum Beispiel Fitnessarmbänder ist und sogar 20 Prozent für intelligente Gesundheitstools, die Anleitung bieten. Hier wird deutlich, dass die Menschen computergestützte Systeme in der Medizin zwar grundsätzlich nicht ablehnen, es ihnen aber dennoch wichtig ist, dass sie zum einen über die Systeme aufgeklärt werden und zum anderen nicht ausschließlich von diesen behandelt werden.

"Skeptischen Patienten könnte man die Angst vor künstlicher Intelligenz nehmen, wenn man sie darauf hinweist, dass die Systeme auf einzelne Krankheiten spezialisiert sind und dementsprechend Daten mit einer zusätzlichen Genauigkeit auswerten können. Auch Ärzte machen Fehler, was durch computergestützte Diagnosen vermieden werden kann", erklärt Radiologe Forsting. Schließlich verlassen sich die Menschen auf die Ärzte und nicht auf eine KI - egal, wie genau diese auch ist. Diese Menschen möchte Forsting beruhigen: "In erster Linie handelt es sich bei dem Computer um ein Assistenzsystem. Das kann man mit einem Lehrbuch vergleichen. Ein Arzt kann sich Informationen aus diesen ziehen, sollte sich aber auch auf sein eigenes Urteilsvermögen verlassen."

Die Zulassung ist schwierig

Neben den skeptischen Patienten gibt es noch ein Problem beim Einsatz von lernfähigen Systemen in der Medizin: die Zulassung. In Europa gibt bisher noch keine Kriterien für ein Medizinprodukt, welches sich stets weiterentwickelt, nachdem es zugelassen wurde. Das hängt damit zusammen, dass die Systeme weiterhin mit Bildern gefüttert werden können und zudem neue Parameter, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung stehen, erlernen können. So könnte sich das weiterentwickelte System von dem alten unterscheiden, was wiederum zu der Frage führt, ob es dann noch einmal neu geprüft werden muss. Das gilt besonders für eine Software, die Teil der Therapieplanung wird.

Die US-Behörde FDA hat diesbezüglich Richtlinien eingeführt, um die Zulassung von lernfähigen Diagnosesystemen zu ermöglichen. Diese sollten unter anderem eine bahnbrechende Technologie darstellen, erhebliche Vorteile gegenüber von bereits bestehenden Systemen vorweisen oder im besten Interesse des Patienten stehen. Diese Bedingungen wurden laut der Behörde zum Beispiel von Osteodetect erfüllt.

Die FDA ist in Sachen Zulassung von lernfähigen Systemen weiter als das EU-Äquivalent , die European Medicine Agency (EMA), welche in dieser Hinsicht noch etwas unschlüssig wirkt. Die Einordnung als reine Assistenzsysteme ist allerdings sinnvoll, da die Ärzte so nicht in den Hintergrund rücken. Schließlich werden sie dadurch weiterhin verpflichtet, selbst Diagnosen zu erstellen und sich kritisch mit den Daten der Computer auseinanderzusetzen, was wiederum skeptischen Patienten zugute kommt.

Ob die von der FDA zugelassenen Programme letztendlich zur reinen Behandlung durch einen Computer führen, bleibt abzuwarten. Als reines Hilfsinstrument bieten sie jedoch eine Menge Vorteile, was neben den bereits vorgestellten Systemen ein neues aus England zur Analyse von Atemproben unter Beweis stellt.

 Mensch und Maschine ergänzen sich
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Askaaron 09. Aug 2018

Bevor man über irgendwelches Technikspielzeug nachdenkt, bitte das Geld erstmal...

NachDenker 30. Jul 2018

Gut, dass ich genug Geld für eine Gegenprognose zur Verfügung habe!

serra.avatar 28. Jul 2018

und ich kann die garantieren ... nen Hillibilly oder eure Idocrazy ... überleben besser...

Muhaha 11. Jul 2018

Nicht beim ersten Satz stoppen, bitte das ganze Posting lesen, danke!

specialsymbol 10. Jul 2018

Zufälligerweise ist das ein Thema mit dem ich mich sehr gut auskenne. Die Abrechnung ist...


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