Künstliche Intelligenz: Huawei-Geräte bekommen eigenes Ökosystem mit Appstore

Huaweis Video Player, Appstore und KI-Schnittstelle kommen auf Smartphones und Tablets. Es soll Entwicklern einfacher gemacht werden, Apps für den Kirin-970-Chip zu programmieren. Das sei ein erster Schritt zur "digitalen Seidenstraße".

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Das Mate 10 soll bald mehr können als nur Gesichter zu erkennen.
Das Mate 10 soll bald mehr können als nur Gesichter zu erkennen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Auf der Unternehmensveranstaltung Eco-Connect in Berlin hat Huawei seine Pläne bezüglich eines eigenen Smartphone-Ökosystems bekanntgegeben. Es soll in Zukunft einen eigenen Appstore und einen dedizierten Videoplayer exklusiv für Huawei-Smartphones wie dem Mate 10 und dem Mate 10 Pro auch in Europa geben. Letzteres konnte Golem.de bereits testen. Der Mangel an KI-Applikationen, die den Kirin-970-Chip nutzen, soll ebenfalls behoben werden.

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Eine offene KI-Applikationsschnittstelle soll Entwicklern Werkzeuge für eigene KI-gestützte Apps bereitstellen. Auf dem Heimatmarkt China läuft das Programm bereits. Die Expansion auf den europäischen Markt nennt Huawei die "digitale Seidenstraße".

Innerhalb des Huawei Appstores sollen vom Unternehmen ausgewählte Programme zu finden sein. Huawei spricht davon, nur aus ihrer Sicht qualitativ hochwertige Software in den Store aufnehmen zu wollen. Es ist davon auszugehen, dass dort Programme, die auf Huawei-Geräten gut bedienbar sind oder den Kirin-970-KI-Chip benutzen, heruntergeladen werden können. Der Appstore soll voll mit Android kompatibel sein. Entwickler können dadurch ihre Apps schnell im Huawei Store platzieren.

Der parallel vorgestellte Huawei Media Player ist eine Mischung aus Videoplayer und Filmbibliothek. Auf ersten gezeigten Bildern sieht es so aus, als könne der Nutzer dort Filme und Serien kaufen oder mieten und sich diese innerhalb der App anschauen. Eine ähnliche Bibliothek bietet Googles Play Store schon seit Langem.

Huawei Developer Program mit eigenen Diensten

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Huaweis AI-Tools für den Kirin-970-Chip sind ein weiterer Schritt in Richtung des eigenen Ökosystems. Entwickler können sich auf einer speziell dafür erstellten Webseite für das Developer-Programm anmelden. Dort präsentiert das Unternehmen auch Dienste für die eigenen Geräte, darunter Huawei ID für die Anmeldung in der Huawei Cloud und eine eigene In-App-Purchase-Lösung. Später sollen Dienste wie App Testing, Push-Nachrichten und eine Schnittstelle für die Dualkamera folgen.

Zusammen mit Kirin 970 sollen so Machine-Learning-Modelle und KI-gestützte Apps auf dem Gerät selbst statt in der Cloud ausgeführt werden können. Huawei stellt sich Anwendungszenarien in Bereichen wie Smart Home, Fitness Tracking oder Sprachübersetzung vor.

Der Huawei Video Player und der Appstore sollen im ersten Quartal 2018 in der EU erscheinen. Im Oktober dieses Jahres wird es auch 5 GByte Cloud-Speicher für Huawei-Telefone geben. Es wird sich zeigen, ob die Software hier Anklang finden kann oder ob die Abspaltung von den schon etablierten Google-Diensten weniger gut ankommt.

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