KI-gestützte Simulation: Wargaming bei der Bundeswehr

Mit Ghostplay simuliert die Bundeswehr Gefechte mit KI-gesteuertem Kriegsgerät. Bisher hat sie noch wenig Erfahrung mit KI.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Flakpanzer Gepard: Die Bundeswehr hat eine Fähigkeitslücke bei KI.
Flakpanzer Gepard: Die Bundeswehr hat eine Fähigkeitslücke bei KI. (Bild: Michael Mandt/Bundeswehr)

Ein Schwarm Drohnen greift an. Eine Gruppe Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard versucht, sie aufzuhalten. Mit 50 könnte es die Handvoll Panzer wohl aufnehmen. Es sind aber mehrere Hundert.

Inhalt:
  1. KI-gestützte Simulation: Wargaming bei der Bundeswehr
  2. KI steuert Panzer und Drohnen
  3. Die KI ist Dual Use

Und doch schaffen es die Geparden, die unbemannten Fluggeräte abzuwehren. Allerdings nicht in der Realität, die Situation wurde im Metaversum simuliert. Die Panzer wurden durch künstliche Intelligenz (KI) gesteuert – und stellten sich immer besser auf den Gegner ein. Am Ende konnten die Flakpanzer gegen 300 Drohnen, gegen die türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2 sowie gegen russische Kampfhubschrauber wie Kamow Ka-52 oder Mil Mi-28 bestehen.

"Ziel war es herauszufinden, wie man Drohnenschwärme unter Nutzung von künstlicher Intelligenz möglichst gut abwehren kann", sagte Gary Schaal der Wirtschaftstageszeitung Handelsblatt. Schaal ist Politikwissenschaftler an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg und leitet das KI-Projekt. In dem Bereich habe die Bundeswehr eine "Fähigkeitslücke", sagt er.

Ghostplay wird von einem Konsortium entwickelt

Ghostplay heißt das System, das diese Simulationen ermöglicht. Entwickelt wurde es von einem Konsortium, das aus dem Münchener Start-up 21strategies, dem auf Sensortechnik spezialisierten Rüstungsunternehmen Hensoldt aus Taufkirchen, dem Schweizer Beratungsunternehmen Borchert Consulting & Research sowie der Bundeswehruniversität besteht.

Ziel von Ghostplay ist, "Entscheidungsverfahren unter Berücksichtigung unterschiedlicher Parameter zu entwickeln", heißt es auf der Website des Dtec.bw. Diese Entscheidungsverfahren, die in militärisches Handeln münden sollen, basieren auf KI. Das Dtec.bw ist ein Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr, das von den beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München getragen wird. Es hat Ghostplay initiiert und finanziert das Projekt.

KI der dritten Generation braucht weniger Trainingsdaten

Bei dem Projekt komme KI der dritten Generation zum Einsatz, sagt 21strategies-Chefin Yvonne Hofstetter im Gespräch mit Golem.de. Diese gehe über die aktuelle zweite Generation hinaus, zu der etwa ChatGPT gehöre. Diese besteht vor allem aus statistischem Lernen und braucht große Datenmengen, um sie zu trainieren.

Die dritte Generation verhalte sich mehr wie ein Mensch, sagt Hofstetter: Sie könne planen, sei sich des Kontextes bewusst und brauche keine großen Datenmengen zum Trainieren. Weiterer Pluspunkt dieser KI sei Transparenz. Sie treffe Entscheidungen, die anschließend nachvollzogen werden könnten. Es gibt also keine Blackbox.

Defense Metaverse nennt 21strategies die militärische Trainingsumgebung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
KI steuert Panzer und Drohnen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Smart Home  
Ikeas neue smarte Steckdose kostet 7 Euro

Ikea bringt in Kürze eine Smart-Home-Steckdose mit der Bezeichnung Tretakt auf den Markt. Das Produkt wird auch mit Schalter angeboten.
Von Ingo Pakalski

Smart Home: Ikeas neue smarte Steckdose kostet 7 Euro
Artikel
  1. Nach Brandanschlag: Hoher Schaden durch wochenlangen Produktionsstopp bei Tesla
    Nach Brandanschlag  
    Hoher Schaden durch wochenlangen Produktionsstopp bei Tesla

    Der Schaden nach dem Stromausfall in der Gigafactory Berlin erreicht fast eine Milliarde Euro. Höhere Sicherheitsvorkehrungen für die Stromversorgung werden geprüft.

  2. Netz: Telekom hat viele Mobilfunkstandorte mit 4G und 5G ausgebaut
    Netz
    Telekom hat viele Mobilfunkstandorte mit 4G und 5G ausgebaut

    Laut ihrem monatlichen Bericht hat die Telekom mehr Antennen mit LTE und 5G aufgestellt. Wir haben nachgerechnet, was das den Nutzern bringt.

  3. Jump and Run: Google Genie erstellt Computerspiele aus einzelnem Bild
    Jump and Run
    Google Genie erstellt Computerspiele aus einzelnem Bild

    Ein Foto oder ein Prompt reichen einer KI von Google, um 2D-Plattformspiele zu bauen. Die eigentliche Besonderheit ist die Steuerung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • MSI Gaming-Laptops -31% • Ryzen 9 5950X 349€ • Samsung Curved Gaming-Monitor 4K UHD mit 1.380€ Rabatt • Samsung 980 Pro 2TB m. Heatsink 149,99€ • LG 31,5" QHD 165Hz 389€ • LG OLED TV 55" 120Hz 999€ • KFA2 RTX 4070 Super 599,99€ • Xiaomi Week: Rabatte bis 49% [Werbung]
    •  /