KI-gestützte Simulation: Wargaming bei der Bundeswehr
Mit Ghostplay simuliert die Bundeswehr Gefechte mit KI-gesteuertem Kriegsgerät. Bisher hat sie noch wenig Erfahrung mit KI.
Ein Schwarm Drohnen greift an. Eine Gruppe Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard versucht, sie aufzuhalten. Mit 50 könnte es die Handvoll Panzer wohl aufnehmen. Es sind aber mehrere Hundert.
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Und doch schaffen es die Geparden, die unbemannten Fluggeräte abzuwehren. Allerdings nicht in der Realität, die Situation wurde im Metaversum simuliert. Die Panzer wurden durch künstliche Intelligenz (KI) gesteuert – und stellten sich immer besser auf den Gegner ein. Am Ende konnten die Flakpanzer gegen 300 Drohnen, gegen die türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2 sowie gegen russische Kampfhubschrauber wie Kamow Ka-52 oder Mil Mi-28 bestehen.
"Ziel war es herauszufinden, wie man Drohnenschwärme unter Nutzung von künstlicher Intelligenz möglichst gut abwehren kann", sagte Gary Schaal der Wirtschaftstageszeitung Handelsblatt. Schaal ist Politikwissenschaftler an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg und leitet das KI-Projekt. In dem Bereich habe die Bundeswehr eine "Fähigkeitslücke", sagt er.
Ghostplay wird von einem Konsortium entwickelt
Ghostplay heißt das System, das diese Simulationen ermöglicht. Entwickelt wurde es von einem Konsortium, das aus dem Münchener Start-up 21strategies, dem auf Sensortechnik spezialisierten Rüstungsunternehmen Hensoldt aus Taufkirchen, dem Schweizer Beratungsunternehmen Borchert Consulting & Research sowie der Bundeswehruniversität besteht.
Ziel von Ghostplay ist, "Entscheidungsverfahren unter Berücksichtigung unterschiedlicher Parameter zu entwickeln", heißt es auf der Website des Dtec.bw. Diese Entscheidungsverfahren, die in militärisches Handeln münden sollen, basieren auf KI. Das Dtec.bw ist ein Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr, das von den beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München getragen wird. Es hat Ghostplay initiiert und finanziert das Projekt.
KI der dritten Generation braucht weniger Trainingsdaten
Bei dem Projekt komme KI der dritten Generation zum Einsatz, sagt 21strategies-Chefin Yvonne Hofstetter im Gespräch mit Golem.de. Diese gehe über die aktuelle zweite Generation hinaus, zu der etwa ChatGPT gehöre. Diese besteht vor allem aus statistischem Lernen und braucht große Datenmengen, um sie zu trainieren.
Die dritte Generation verhalte sich mehr wie ein Mensch, sagt Hofstetter: Sie könne planen, sei sich des Kontextes bewusst und brauche keine großen Datenmengen zum Trainieren. Weiterer Pluspunkt dieser KI sei Transparenz. Sie treffe Entscheidungen, die anschließend nachvollzogen werden könnten. Es gibt also keine Blackbox.
Defense Metaverse nennt 21strategies die militärische Trainingsumgebung.
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"Yvonne Hofstetter studierte Jura. Zusammen mit Christian Brandlhuber gründet sie im Jahr...
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und gleichzeitig traurig das man das tun muß weil ein machthungriger Despot uns dazu...
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