KI-Geräuscherkennung: Helsing zeigt Unterwasserdrohne SG-1 Fathom in Torpedoform

Das deutsche Rüstungsunternehmen Helsing hat ein Unterwasser-KI-Überwachungssystem vorgestellt, das neben Software auch aus einer Unterwasserdrohne besteht, die SG-1 Fathom heißt. Die Softwareplattform Lura nutze ein großes akustisches Modell, mit dem es Unterwasser-Akustiksignaturen mit größerer Empfindlichkeit als bisherige Systeme identifizieren und lokalisieren könne, teilte der Hersteller mit(öffnet im neuen Fenster) . Demnach kann die KI auch noch besonders leise Geräusche erkennen und das etwas 40-mal schneller als menschliche Bediener.
Die Technologievorführung fand schon am 9. Mai 2025 auf der HM Naval Base Portsmouth statt, berichtet Naval News(öffnet im neuen Fenster) . Nach Angaben von Unternehmensvertretern könnte die Technologie noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen.
Der Unterwassergleiter SG-1 Fathom von Helsing ist mit einer Länge von 195 cm, einem Durchmesser von 28 cm und einem Gewicht von 60 kg konzipiert, um mit einer Geschwindigkeit von 1-2 Knoten für bis zu 3 Monate autonom unter Wasser zu operieren. Der SG-1 Fathom soll im Schwarm verwendet werden und so ein Sensornetz bilden.
Dieser Ansatz könnte die Betriebskosten erheblich senken. Helsing behauptet, dass das System genaue Informationen zu etwa 10 Prozent der Kosten herkömmlicher Patrouillen zur U-Boot-Bekämpfung liefert. Die KI verarbeitet die Daten lokal auf jedem Gleiter, klassifiziert und meldet sie. Wie das geschieht, wurde nicht explizit ausgeführt.
Die Unterwasserdrohne ist unbewaffnet
Dr. Gundbert Scherf, Mitbegründer und Co-CEO von Helsing, betonte den defensiven Charakter der Technologie und erklärte: "Lura erkennt, damit unsere Streitkräfte abschrecken können." Das Unternehmen positioniert das System als Antwort auf die zunehmenden Bedrohungen für die Unterwasserinfrastruktur. Auch wenn SG-1 Fathom die Form eines Torpodos hat – bewaffnet ist die Plattform nicht.
Um die Produktion und Auslieferung zu skalieren, ist Helsing Partnerschaften mit Blue Ocean Marine Tech Systems, Ocean Infinity und Qinetiq eingegangen, berichtet Naval News.
Die Technologie ist zwar vielversprechend für die Marine, doch bleiben Fragen hinsichtlich der Umweltauswirkungen des Einsatzes von Hunderten autonomer Fahrzeuge in Meeresgebieten offen. Das Unternehmen erläuterte noch nicht, wie sich das System auf Meeresleben auswirken könnte.



