37 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter nutzen KI
Neben der Betroffenheit durch den Wandel zeigt sich auch beim Umgang mit der Technologie ein Unterschied. Sandy Jahn hat für die Initiative D21 gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erhoben(öffnet im neuen Fenster), wie häufig berufstätige Frauen und Männer KI einsetzen. Das Ergebnis: 53 Prozent der Männer im erwerbsfähigen Alter nutzen KI, bei den Frauen sind es 37 Prozent.
Bemerkenswert ist laut Jahn, dass ausgerechnet anpassungsfähige Frauen, also solche mit hoher Resilienz, bei der KI-Nutzung zurückhaltend sind, berichtet das Handelsblatt. Normalerweise gehe Resilienz mit höherer digitaler Beteiligung einher.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem. KI wird in Unternehmen häufig zunächst in Pilotprojekten eingeführt, und der Zugang zur Technologie wird selektiv vergeben. Teilzeit- und Assistenzkräfte erhalten ihn seltener, schreibt Jahn. Und beide dieser Gruppen sind überproportional weiblich besetzt.
KI-Transformationsmanagement als Einstiegspunkt
In aktuellen Stellenanzeigen bei Indeed fragen Arbeitgeber laut Handesblatt in rund fünf Prozent der Fälle nach KI-Kompetenzen, vor einem Jahr waren es noch unter drei Prozent. Vor allem Datenanalyse und Softwareentwicklung sind gefragt, Bereiche, die derzeit von Männern dominiert werden.
Sondergeld erkennt aber ein zweites Muster: Viele Unternehmen suchen Menschen für das KI-Transformationsmanagement, also für Rollen, die den Wandel intern begleiten und Effizienzpotenziale identifizieren. Dieses Feld verbindet Personalführung, Organisationsmanagement und Psychologie, alles Bereiche, in denen Frauen bereits stark vertreten sind. Das könnte sich als praktischer Einstiegspunkt erweisen.
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