Zum Hauptinhalt Zur Navigation

KI: Gema verklagt OpenAI wegen unlizenzierter Songtexte

Die Verwertungsgesellschaft wirft OpenAI vor, ChatGPT mit Songtexten zu trainieren – ohne für diese vorher Lizenzen erworben zu haben.
/ Tobias Költzsch , dpa
26 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
OpenAI soll sich für das Training von ChatGPT bei Songtexten bedienen. (Bild: SEBASTIEN BOZON/AFP via Getty Images)
OpenAI soll sich für das Training von ChatGPT bei Songtexten bedienen. Bild: SEBASTIEN BOZON/AFP via Getty Images

Die deutsche Verwertungsgesellschaft Gema verklagt OpenAI. "Das KI-gestützte Sprachsystem ChatGPT wurde unter anderem auch mit urheberrechtlich geschützten Texten trainiert, darunter Songtexte aus dem Repertoire der rund 95.000 Gema-Mitglieder" , teilte die Gesellschaft der dpa mit.

OpenAI habe aber keine Lizenz dafür erworben und die Urheber nicht für die Nutzung ihrer Werke vergütet. Die Gema habe daher am 13. November 2024 beim Landgericht München eine Klage gegen die amerikanische Muttergesellschaft OpenAI und die Betreiberin des Chatbots in Europa, OpenAI Ireland, eingereicht. Eine Stellungnahme von OpenAI lag zunächst nicht vor.

Gegenstand der Klage ist die unlizenzierte Wiedergabe der Songtexte im Chatbot. Ziel des Verfahrens ist laut Gema, nachzuweisen, "dass OpenAI systematisch das Repertoire der Gema verwendet, um seine Systeme zu trainieren" .

Bei der Eingabe einfacher Anweisungen gebe der Chatbot die Originaltexte der Songs wieder, mit denen das System offensichtlich trainiert worden sei. Andere Internetdienste zahlten für die Verwendung der Texte, OpenAI bediene sich dagegen "systematisch unter bewusster Inkaufnahme von Urheberrechtsverletzungen an den Inhalten der Urheberinnen und Urheber" .

"Wer diese Songs verwenden möchte, muss eine Lizenz erwerben"

"Die Songs unserer Mitglieder sind nicht der kostenlose Rohstoff für die Geschäftsmodelle der Anbieter generativer KI-Systeme" , sagt Gema-Chef Tobias Holzmüller. "Wer diese Songs verwenden möchte, muss eine Lizenz erwerben und die Urheberinnen und Urheber fair vergüten."

Ende September 2024 stellte die Gema ein Lizenzmodell für generative KI vor(öffnet im neuen Fenster) . Sie will zudem prüfen, ob sie gegen weitere KI-Anbieter klagt.

Die Gema vertritt in Deutschland nach eigenen Angaben die Urheberrechte von rund 95.000 Mitgliedern – Komponisten, Textdichter oder Musikverlage – sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt.


Relevante Themen