KI für Werbetreibende: OpenAI strebt 100 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz an
Der Werbechef von OpenAI, David Dugan, hat am 22. Juni 2026 auf dem Cannes Lions International Festival of Creativity über die Werbestrategie des KI-Unternehmens gesprochen. Wie die Nachrichtenwebseite Semafor berichtet(öffnet im neuen Fenster), hofft OpenAI, durch den Vorstoß in das Werbegeschäft bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar zu erzielen.
Im Februar 2026 führte OpenAI Werbung für Nutzer der kostenlosen und der Go-Tarife von ChatGPT ein. Die angezeigte Werbung orientiert sich dabei an den Anfragen der Anwender und entspricht daher demselben Modell, das auch bei klassischer Suchmaschinenwerbung angewendet wird. Nach Unternehmensangaben sollen bereits tausende Werbekunden in den Testmärkten gewonnen worden sein. Ende März 2026 galt das Modell allerdings noch als nicht erfolgreich.
Dugan erklärte, dass mit dem Werbeangebot der Zugang zu Informationen subventioniert werde und es Anzeichen dafür gebe, dass sich Anwender nicht durch die Werbung gestört fühlten. Die Häufigkeit, mit der Anwender Werbeanzeigen sofort wegklicken, sei weit geringer als zu Beginn der Testphase, führte er als Beleg für seine Aussage an.
KI-Tool gefährdet Kreative
Werbetreibende können mit OpenAIs KI-Tool Codex Anzeigen und ganze Kampagnen entwickeln. Chad Nelson, Creative Specialist bei OpenAI, demonstrierte während der Pressekonferenz, wie sich mit dem Tool eine Werbekampagne für eine fiktive Automarke entwickeln lässt. Er betonte, dass diese Arbeit in zweieinhalb Tagen von einer einzelnen Person durchgeführt werden könne.
Das Cannes Lions International Festival of Creativity wurde ins Leben gerufen, um die Arbeit von Kreativen zu würdigen. Auf kritische Rückfragen, ob Tools wie Codex eine Bedrohung für diese Berufsgruppe darstellen, reagierte Nelson ausweichend und sagte, es handele sich lediglich um ein weiteres Werkzeug zur Erstellung von mehr Werbung.
Der Golem-Blick
Mit der Einführung von ChatGPT veränderte OpenAI die Art und Weise, wie Menschen im Internet nach Informationen suchen. Für Medienschaffende entstand das Problem, dass ihre Inhalte nicht mehr direkt aufgerufen, sondern von einer KI wiedergegeben werden, wodurch etwa Webseiten für das Schalten von Werbung unattraktiver werden und deren Finanzierung verloren geht.
In dem das Unternehmen nun nicht nur das Werbemodell von Suchmaschinen kopiert, sondern auch KI-Tools anbietet, mit denen Kreative und Werbeagenturen ersetzt werden können, steht ein weiterer Umbruch bevor. Eine ähnliche Entwicklung erschütterte die Softwarebranche im Februar 2026, als verschiedene Plug-ins für Anthropics Claude Cowork spezialisierte Softwareangebote für Firmen überflüssig machten.
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