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KI frisst Software: Warum Aktien von Microsoft, SAP und Adobe an Wert verlieren

KI erschüttert die Softwarebranche und die Börsenkurse mancher Firmen stürzen ab. KI-Agenten könnten viele Geschäftsmodelle obsolet machen.
/ Andreas Donath
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Die Börsenkurse von Softwareherstellern sacken ab (Symbolbild). (Bild: Pexels)
Die Börsenkurse von Softwareherstellern sacken ab (Symbolbild). Bild: Pexels
Inhalt
  1. KI frisst Software: Warum Aktien von Microsoft, SAP und Adobe an Wert verlieren
  2. Gelegenheit zum Kauf?

Die Börsenverluste ziehen sich durch den gesamten Sektor der Softwarebranche. Oracle, Adobe und Salesforce verzeichnen im noch jungen Jahr 2026 jeweils zweistellige Kursverluste oder sind knapp davor, wie Heise berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Auf ein Jahr betrachtet trifft es Servicenow, Atlassian und Hubspot mit Rückgängen zwischen 30 und 50 Prozent besonders hart. SAP hat gegenüber seinen Höchstkursen im letzten Jahr etwa 30 Prozent eingebüßt. Der wertvollste deutsche Konzern bleibt damit nicht von der Entwicklung verschont. Auch Microsoft musste im Jahresvergleich Verluste hinnehmen, erholte sich jedoch in den letzten Tagen wieder.

Die Börse reagiert damit auf ein Narrativ, das an der Wall Street als "AI eats Software" bezeichnet wird. Investoren befürchten, dass KI-gestützte Agenten menschliche Arbeit ersetzen und damit die Nachfrage nach klassischer Software-Lizenzierung reduzieren könnten. Die Ankündigung von Claude Cowork durch Anthropic im Januar hat diese Sorgen verstärkt. Das Tool erstellt Berichte, verarbeitet Tabellen und extrahiert Informationen aus Screenshots.

Geschäftsmodell in der Diskussion

Das klassische Software-as-a-Service-Modell basiert auf Lizenzen pro Nutzer. Mehr Mitarbeiter bedeuten mehr "Seats" und damit höhere Umsätze für Softwareunternehmen. Dieses System funktionierte jahrelang zuverlässig. Nun stellt sich die Frage, ob autonome KI-Agenten künftig Aufgaben übernehmen, für die bisher ganze Abteilungen nötig waren. Denn diese brauchen dann auch keine spezialisierte Software mehr, für die die Arbeitgeber viel Geld ausgegeben haben.

Jordan Klein von Mizuho Securities schrieb in einer Kundenmitteilung(öffnet im neuen Fenster) , viele Aktien-Investoren sähen keinen Grund, Software-Aktien zu halten. Dies gelte unabhängig von der Bewertung oder dem vorherigen Kursdruck. Es gebe aktuell keine Katalysatoren für ein Re-Rating, höhere Bewertungsmultiplikatoren seien nicht in Sicht.


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