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KI-Effizienz und -Kosten: Oracle streicht Tausende Stellen

Oracle plant einen großangelegten Stellenabbau und muss mit den hohen Kosten seiner KI-Offensive umgehen.
/ Andreas Donath
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Oracle will Personalkosten durch KI senken. (Bild: Brandon Bell/Getty Images)
Oracle will Personalkosten durch KI senken. Bild: Brandon Bell/Getty Images

Oracle bereitet den Abbau Tausender Arbeitsplätze in mehreren Unternehmensbereichen vor. Die Entlassungen könnten noch in diesem Monat beginnen, sagten mit den Plänen vertraute Personen laut einem Bericht von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) . Die Maßnahmen gehen deutlich über die bei Oracle bisher bekannten Stellenkürzungen hinaus. Ein Teil der betroffenen Positionen fällt in Jobkategorien, die das Unternehmen durch den Einsatz von KI-Tools künftig für verzichtbar hält.

Milliarden für Rechenzentren, rote Zahlen beim Cashflow

Hinter dem Stellenabbau steckt ein hoher Investitionsdruck. Konzernchef Larry Ellison treibt den Ausbau von Rechenzentren für KI-Aufgaben voran, unter anderem für Kunden wie OpenAI. Das Unternehmen, das ursprünglich für Datenbanksoftware bekannt war, positioniert sich seit Jahren als Cloudkonkurrent zu Amazon und Microsoft.

Wall-Street-Analysten rechnen damit, dass die Investitionen den Cashflow des Unternehmens für mehrere Jahre ins Negative drücken werden – eine Erholung wird laut Bloomberg-Daten erst um 2030 erwartet. Im Februar 2026 kündigte Oracle an, in diesem Jahr bis zu 50 Milliarden US-Dollar über Schulden und Aktienverkäufe aufzunehmen.

Einstellungsstopp im Cloudbereich

Parallel zum Stellenabbau kündigte Oracle intern an, viele offene Stellen in der Cloudsparte zu überprüfen – was faktisch einem Einstellungsstopp in diesem Bereich gleichkommt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 162.000 Mitarbeiter. Eine offizielle Stellungnahme seitens Oracle gibt es nicht.

Aktie auf Talfahrt – Branchentrend erfasst weitere Tech-Konzerne

Die frühe Positionierung als KI-Cloudanbieter hatte Investoren zunächst begeistert: Die Aktie legte 2024 um 61 Prozent zu, 2025 zunächst um weitere 20 Prozent. Inzwischen hat die Sorge um die Kosten die Aktie eingeholt – seit dem Hoch im September 2025 ist die Aktie um 54 Prozent gefallen . Nach dem Bloomberg-Bericht am Donnerstag gab sie weitere 1,5 Prozent auf 150,12 Dollar nach.

Oracle steht mit diesem Dilemma nicht allein da. Microsoft strich im vergangenen Jahr rund 15.000 Stellen, während es gleichzeitig massiv in Rechenzentren und KI investierte. Block-Mitgründer Jack Dorsey begründete den Abbau von fast der Hälfte der Belegschaft vergangene Woche ebenfalls mit KI-bedingten Effizienzgewinnen.

Im September 2025 hatte Oracle seine bislang größte Restrukturierungsmaßnahme angekündigt , mit Kosten von bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr, das im Mai 2026 endet.


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