Abo
  • Services:

Probleme mit der künstlichen Dummheit

Um ein möglichst breites Meinungsspektrum einzufangen, wurde Crazy Stone mehreren Spielern unterschiedlicher Spielstärke zwischen etwa 20 Kyu bis 2 Dan vorgelegt. In diesen Spielen wurde das Programm nie ganz ausgereizt, denn es sollte vor allem das Verhalten in den unteren Spielstufen beurteilt werden. Dabei zeigte sich, dass es eine noch größere Herausforderung als die Programmierung einer menschlich spielenden künstlichen Intelligenz gibt: die Programmierung einer menschlich spielenden künstlichen Dummheit.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Waiblingen
  2. Jetter AG, Ludwigsburg

Die neuralen Netze für die unteren Spielstufen wurden mit Spielen von schwächeren Spielern trainiert und weisen merkliche Unterschiede im Spielstil auf. In der 1-Dan-Einstellung eröffnete der Computer mit den schwarzen Steinen mehrfach das Spiel mit Tengen, dem Punkt in der Mitte des Bretts, was er in keiner anderen Spielstufe tat. Die niedrigeren Ränge werden aber ganz offensichtlich vor allem dadurch erreicht, dass der Computer mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht den bestmöglichen Zug spielt. Das tut er aber auch in spielentscheidenden Situationen, in denen selbst schwache Spieler zuverlässig den rettenden Zug finden würden, der verhindert, dass eine riesige Gruppe von Steinen gefangen wird.

Künstliche Senilität

So wirkt das Spiel des Computers wie das eines alternden, etwas senil gewordenen Go-Spielers, der immer noch zu brillanten Zügen fähig ist, sich aber auch uncharakteristisch grobe Patzer leistet. Um überhaupt eine Chance auf den Sieg zu haben, gilt es, genau diese Fehler zu finden und auszunutzen. Zwar machen auch Profis gelegentlich erstaunliche Fehlzüge, aber im Allgemeinen sind echte menschliche Fehler sehr viel systematischer. So werden bestimmte Spielkonzepte nicht beherrscht, oder die Gefahr einer bestimmten Spielsequenz über mehrere Züge wird einfach nicht erkannt. Die Fehler des Computers wirken dagegen, als ob ein Fußballer zielstrebig zum Tor dribbelt, sich dann am Kopf kratzt und sich fragt, was das runde Ding eigentlich ist.

Sehr lobenswert ist dagegen der Umgang von Crazy Stone mit dem Endspiel. Das Programm versucht nicht mehr nur, die Siegwahrscheinlichkeit zu optimieren, sondern strebt auch einen Sieg mit möglichst vielen Punkten oder eine Niederlage mit möglichst wenigen Punkten an. Andere Programme verschenken in einer Siegposition hemmungslos Punkte, wenn dadurch die Siegchance um ein Hundertstelprozent steigt. Am Ende steht dann eine frustrierende Niederlage mit einem halben Punkt.

Die gleichen Computerprogramme würden in einer verlorenen Position dagegen anfangen, unmögliche Züge zu spielen, die im Falle eines schweren Fehlers des Gegners doch noch einen Sieg ermöglichen können. Nach menschlichen Standards sind diese Züge aber plump und leicht zu durchschauen. Durch den Versuch, den Punkterückstand zu minimieren, konnte dieses Verhalten weitgehend vermieden werden. Auch wenn das Programm dadurch etwas an ultimativer Spielstärke verliert, stellt es einen kaum zu überschätzenden Schritt in der psychologischen Komponente der Spielbarkeit dar.

 Ein Alpha Go für alle?Schnell auf den Markt 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. SanDisk Ultra microSDXC 64 GB für 19€)
  2. 111€
  3. 349€
  4. 1.111€

Hotohori 11. Aug 2016

Ja, diese hier: http://sjeng.org/leela.html Allerdings scheint der GPU Modus nicht zu...


Folgen Sie uns
       


Windows 10 on Snapdragon - Test

Wir schauen uns Windows 10 on ARM auf zwei Snapdragon-Notebooks an.

Windows 10 on Snapdragon - Test Video aufrufen
Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren Ford will lieber langsam sein
  2. Navya Mainz testet autonomen Bus am Rheinufer
  3. Drive-by-wire Schaeffler kauft Lenktechnik für autonomes Fahren

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Spezial Unabhängige Riesen und Ritter für Nintendo Switch
  2. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  3. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht

Matebook X Pro im Test: Huaweis zweites Notebook ist klasse
Matebook X Pro im Test
Huaweis zweites Notebook ist klasse

Mit dem Matebook X Pro veröffentlicht Huawei sein zweites Ultrabook. Das schlanke Gerät überzeugt durch ein gutes Display, flotte Hardware samt dedizierter Grafikeinheit, clevere Kühlung und sinnvolle Anschlüsse. Nur die eigenwillig positionierte Webcam halten wir für fragwürdig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Android Huawei stellt zwei neue Tablets mit 10-Zoll-Displays vor
  2. Smartphones Huawei will Ende 2019 Nummer 1 werden
  3. Handelskrieg Huawei-Chef kritisiert Rückständigkeit in den USA

    •  /