KI-Chips im Orbit: Google kündigt ersten Test an
Google will erstmals eigene KI-Beschleuniger im Erdorbit erproben. Dazu soll kommende Woche mit der SpaceX-Mission Transporter-18 ein Prototypsatellit mit den Chips starten. Der gemeinsam mit dem Satellitenbetreiber Planet vorbereitete Test bildet den ersten praktischen Schritt von Project Suncatcher(öffnet im neuen Fenster), mit dem Google wie im November 2025 angekündigt die Machbarkeit einer KI-Infrastruktur im All untersuchen will.
Bereits der etwa zehnminütige Aufstieg kann die Hardware stark belasten. Währenddessen wirken laut Google Beschleunigungen von bis zu 10 g auf den Satelliten. Einzelne Bauteile wie die Tensor Processing Units (TPUs) können sogar Kräften von 50 bis 100 g ausgesetzt sein. Google unterzog den Satelliten deshalb Vibrationstests auf allen drei Achsen. Die Hardware hielt den simulierten Belastungen stand.
Auch die Strahlung im Orbit könnte für die Chips zum Problem werden. Sie kann einzelne Datenbits verändern und dadurch Berechnungen verfälschen. Um diese Auswirkungen zu untersuchen, bestrahlte Google seine Trillium-TPUs während laufender KI-Aufgaben mit Protonen. Laut dem Konzern überstanden sie eine höhere Gesamtdosis ionisierender Strahlung, als während einer fünfjährigen Mission erwartet wird. Ob sich die Laborergebnisse auf den Einsatz im All übertragen lassen, soll nun der Flug zeigen.
Kühlung und Vernetzung ebenso herausfordernd
Im Orbit muss Google zudem die Abwärme der Prozessoren abführen, obwohl im Vakuum kein Luftstrom zur Kühlung vorhanden ist. Der Konzern kombiniert deshalb Wärmeleitrohre mit Radiatoren, die die Wärme als Strahlung abgeben. Nach Versuchen in einer Vakuumkammer muss sich das System erstmals im All bewähren.
Für größere KI-Anwendungen müssten die Satelliten zudem über Verbindungen mit hoher Bandbreite kommunizieren. Spätere Satelliten sollen jeweils Dutzende TPUs tragen und Daten per Laser austauschen. Dafür müssen die Sender trotz der Bewegung der Satelliten präzise ausgerichtet bleiben. Ein solcher Verbindungstest ist für den bevorstehenden Flug noch nicht vorgesehen. Die Laseranbindung will Google erst 2027 mit zwei Satelliten im Orbit erproben.
SpaceX plant eigene KI-Rechenzentren im Orbit
Google ist mit seinen Plänen nicht allein: SpaceX beantragte bei der US-Regulierungsbehörde FCC die Genehmigung für bis zu eine Million Satelliten, die als KI-Rechenzentren dienen sollen. Ein Anreiz ist die nahezu durchgehende Sonneneinstrahlung. In einer niedrigen Erdumlaufbahn könnten Solarmodule laut Google bis zu achtmal so viel Strom erzeugen wie auf der Erde.
Nach Darstellung von SpaceX könnte der Ansatz Stromnetze und Wasserressourcen am Boden entlasten. Das ist auch deshalb relevant, weil neue Rechenzentren in den USA auf wachsende Ablehnung stoßen. Laut einer Umfrage des Pew Research Center(öffnet im neuen Fenster) würden sich 60 Prozent der befragten US-Amerikaner mit einem neuen Rechenzentrum in ihrer Umgebung unwohl fühlen.
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