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KI-Boom: US-Rechenzentren verbrauchen bald 1 Billion Kilowattstunden

Analysen von Satellitenbildern und frei zugänglichen Daten zeigen das Ausmaß des KI -Booms in den USA. Der nötige Strom könnte die halbe EU versorgen.
/ Mario Petzold
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Epoch AI untersucht, wo neue Rechenzentren errichtet werden. (Bild: Epoch AI/Screenshot: Golem)
Epoch AI untersucht, wo neue Rechenzentren errichtet werden. Bild: Epoch AI/Screenshot: Golem

Die Forschungsgruppe Epoch AI(öffnet im neuen Fenster) , ein Zusammenschluss zahlreicher Softwareentwickler und Wissenschaftlerinnen, hat eine Karte der bestehenden und im Bau befindlichen Rechenzentren weltweit erstellt. In diese sollen nach und nach immer mehr Standorte einfließen, um die Entwicklung der Rechenleistung und des zugehörigen Energie- und Wasserbedarfs sichtbar zu machen.

Derzeit handelt es sich um 17 große Datacenter für künstliche Intelligenz, von denen sich 15 in den USA befinden. Allein diese sollen nach der Fertigstellung, die teils erst 2028 geplant ist, eine Leistung von knapp 19 Gigawatt aufweisen.

Kaum öffentliche Informationen

Laut einem Bericht in 404 Media(öffnet im neuen Fenster) , der die Arbeit des Forschungsteams beschreibt, ist das größte Problem das Fehlen frei zugänglicher Informationen. Deshalb hätte sich die Suche zunächst auf die bestehenden Standorte der großen Tech-Konzerne konzentriert.

Hinzu kämen Informationen zur Ausweisung von neuem Bauland und zur Bewilligung des Baus neuer Gasturbinen. Auf den Satellitenbildern ließ sich anschließend der Baufortschritt beobachten.

Für die Abschätzung der Rechenleistung fokussierte man sich auf die installierte Kühlungsleistung. Von der Art der Kühlung über die Anzahl der Einheiten bis hin zu den verbauten Lüftern lassen sich laut Bericht zahlreiche Details auf den Aufnahmen erkennen.

Kosten und Stromverbrauch steigen exponentiell

Nimmt man nach Angaben der Forschungsgruppe allein die 15 großen KI-Rechenzentren, die bis Ende 2025 verzeichnet wurden, läge deren Strombedarf nach Fertigstellung bei 160 Terawattstunden, was einem Drittel des deutschen Stromverbrauchs entspräche. Allerdings geht das Forschungsteam davon aus, dass man lediglich 15 Prozent der tatsächlichen KI-Rechenleistung erfasst hat.

Dann würde in einigen Jahren allein in den USA eine Petawattstunde an Energie, somit eine Billion Kilowattstunden, allein für den Betrieb der KI-Rechenzentren benötigt. Selbst für die USA ist das eine stolze Summe, die den dortigen Stromverbrauch um 25 Prozent steigen lassen würde.

Auch eine Kostenabschätzung wurde bereits angestellt. So dürfte allein Prometheus, das KI-Rechenzentrum von Meta in Ohio, bis jetzt 18 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Rechnet man das auf die gesamte zu erwartende Rechenleistung hoch, ergeben sich Investitionskosten von 3.300 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 2.800 Milliarden Euro.


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