KI-Boom: Helpdesk und IT-Administration immer schlechter bezahlt
Durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden Routineaufgaben in der IT automatisiert. Insbesondere Junior-Positionen und standardisierte Tätigkeiten geraten unter Druck. Das ergab der Gehaltsreport IT 2026 von Amadeus Fire(öffnet im neuen Fenster) , basierend auf Online-Gehaltschecks bei Gehaltsreporter und Recruiting- und Vermittlung, vom 18. Februar 2026. Standardisierte Tätigkeiten fielen in "niedrigere Gehaltsbänder" , etwa im Helpdesk oder in Teilen der klassischen Administration.
Auch bei der Softwareentwicklung werden Routineaufgaben zunehmend durch KI ersetzt. Es gibt allgemein einen harten Einbruch bei den offenen IT-Stellen: Die durchschnittliche Zahl offener Stellen in IT-Berufen hatte sich im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 26,2 Prozent reduziert. Das ging aus dem Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, der im August 2025 vorgelegt wurde. Insgesamt sank die Zahl offener Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte bundesweit zwischen 2023 und 2024 dagegen nur um 4,3 Prozent.
In diesem Zeitraum reduzierte sich die Zahl offener Stellen für IT-Experten von durchschnittlich 40.369 auf 26.753 und sank damit binnen eines Jahres um mehr als ein Drittel (minus 33,7 Prozent). Besonders drastisch sei die Zahl offener Stellen für Experten der Informatik (minus 46,2 Prozent) und der Wirtschaftsinformatik (minus 38,2 Prozent) eingebrochen.
Hype um spezialisierte IT-Fachkräfte mit hoher Business-Relevanz
"Gefragt sind vor allem spezialisierte IT-Fachkräfte mit hoher Business-Relevanz, sie können mit deutlichen Gehaltsaufschlägen rechnen." , heißt es in dem Bericht.
Amadeus Fire Group mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist ein Anbieter für Personaldienstleistungen. Zu den bestbezahlten Tätigkeitsfeldern zählen nach den Prognosen im aktuellen Jahr Consulting und Engineering, SAP-/ERP-Beratung, IT-Security sowie Projektmanagement. In den Bereichen liegen die Medianjahresgehälter häufig zwischen 75.000 und über 80.000 Euro. Spezialisierung und Nähe zum Business seien entscheidend.
Das Ende der C-Level-Selbstdarsteller?
Zugleich rückt die Automatisierung strategischer Entscheidungen von C-Level-Managern zunehmend in den KI-Fokus. Ein Chief Executive Officer etwa muss komplexe Daten durchschauen, um die langfristige Richtung vorzugeben. KI-Systeme können dies oft präziser und unbeeinflusst von persönlichen Interessen.
Verwaltungsräte müssen sich fragen, ob sie sich hochbezahlte Selbstdarsteller in stundenlangen Videokonferenzen noch leisten wollen, nur weil das eine Tradition in der Wirtschaft ist. Der Bereich Finanzen ist aufgrund strukturierter Daten am anfälligsten für eine vollständige Automatisierung.
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