KI-Boom: 70 Prozent der Amerikaner sind gegen Datencenter in ihrer Umgebung
Sieben von zehn US-Amerikanern sind gegen den Bau von Datencentern in ihrer Umgebung. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup hervor, über die unter anderem Mother Jones(öffnet im neuen Fenster), The Hill(öffnet im neuen Fenster) und Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) berichten. 48 Prozent der Befragten gaben sogar an, "sehr dagegen" zu sein.
In den USA boomt der Bau von Rechenzentren, die vor allem für den Betrieb von KI-Anwendungen notwendig sind. Immer öfter gibt es aber eine öffentliche Opposition zu den Plänen. In der Regel müssen die Vorhaben lokale Genehmigungsprozesse durchlaufen, die auch öffentliche Anhörungen beinhalten. In diesen Sitzungen wurden in der Vergangenheit mitunter lautstark Gegenargumente vorgetragen.
Mother Jones zufolge gibt es in den USA mittlerweile 268 lokale Gruppen gegen den Bau von Datencentern, verteilt auf 37 Bundesstaaten. Durch Proteste sollen Rechenzentren im Investitionswert von 156 Milliarden US-Dollar verhindert worden sein. Auch in Deutschland gibt es Widerstand gegen entsprechende Projekte.
Negative Seite des KI-Booms
Der zunehmende Bau von KI-Rechenzentren führt in den USA zu einigen Problemen. So sollen die Strompreise für Endkunden in den vergangenen Jahren durch den erhöhten Bedarf der Datencenter merklich gestiegen sein. Außerdem haben die Zentren teilweise stark negative Auswirkungen auf die Umwelt.
So kam im Mai 2026 heraus, dass ein Rechenzentrum in Georgia unbemerkt Millionen Liter Wasser verbraucht hatte. Dies wurde den lokalen Behörden nicht gemeldet, entsprechend wurde auch nicht dafür gezahlt. In der Gegend mussten Anwohner während einer Dürreperiode Wasser sparen, während das Datencenter weiterhin unkontrolliert Wasser bezog.
In Memphis verklagten Bürgerrechtler xAI, da ein Rechenzentrum wegen der verwendeten Gasturbinen ein hauptsächlich von Afroamerikanern bewohntes Viertel verschmutze. An einem der beiden Datencenter in der Gegend soll xAI zudem mehr Gasturbinen aufgebaut haben als genehmigt. Derartige Turbinen produzieren hohe Emissionen von Stickoxiden, Feinstaub, Kohlenmonoxid und Formaldehyd.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.