KI auf dem 37C3: Zwischen Golem-Angst und Drei-Tage-Woche

37C3 Auf dem diesjährigen Kongress des CCC lief praktisch immer irgendwo ein Vortrag zum Thema KI. Doch wie sollen Hacker und Gesellschaft damit umgehen?

Eine Analyse von veröffentlicht am
Nicht KI-generiert: Die traditionelle Rakete des CCC im Hamburger Congresscentrum
Nicht KI-generiert: Die traditionelle Rakete des CCC im Hamburger Congresscentrum (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Vergleicht man die Programme des 36C3 von 2019 und des diesjährigen 37C3 miteinander, wird ziemlich schnell deutlich: Das Thema künstliche Intelligenz (KI) hat in den vergangenen vier Jahren auf dem Chaos Communication Congress enorm an Bedeutung gewonnen. Wen wundert's angesichts des Hypes um Chatbots wie ChatGPT oder Bard. Doch steckt dahinter mehr als nur ein Hype und wie sollen Gesellschaft und Hacker damit umgehen?

Inhalt:
  1. KI auf dem 37C3: Zwischen Golem-Angst und Drei-Tage-Woche
  2. Paradoxe Einigung auf KI-Verordnung

Vor vier Jahren befassten sich nur zwei Vorträge explizit mit dem Thema KI. Die Titel lauteten Der Deep Learning Hype – Wie lange kann es so weitergehen? und Mensch – Kunst – Maschine – Mit künstlicher Intelligenz zu neuer Kunst zum kybernetischen Verstand. In diesem Jahr konnte man der KI hingegen kaum entkommen.

Viele Vorträge mit KI-Bezug

Von KI im Klassenzimmer über Lass mal das Innere eines Neuronalen Netzes ansehen oder Hacking Neural Networks befassten sich 13 Vorträge explizit mit dem Thema (komplette Linkliste am Textende). Einige andere, wie der Talk des Zentrums für politische Schönheit über Deepfakes von Bundeskanzler Olaf Scholz, basieren ebenfalls auf KI-Anwendungen.

In einem Vortrag über die aktuelle Gesundheitspolitik dürfen die hohen Erwartungen der Politik an die Segnungen der medizinischen KI ebenfalls nicht fehlen. Die berüchtigte Chatkontrolle soll mithilfe von KI Missbrauchsdarstellungen oder verdächtige Kommunikation erkennen. Und drei Berliner Forscher zeigten, wie sich der KI-basierte Autopilot von Tesla hacken lässt.

Reicht die Hackerethik dafür aus?

Die Beispiele zeigen: Im Alltag kommt man jetzt schon kaum an KI-basierten Anwendungen vorbei. Wer wollte, konnte sich auf dem 37C3 anhand der Vorträge einen guten Überblick über den aktuellen Stand der KI-Entwicklung verschaffen. Doch wie beurteilen die Hacker die Risiken und Chancen dieser neuen Technik?

Erste Anhaltspunkte lassen sich aus der Hackerethik des Chaos Computer Clubs (CCC) ableiten, die den versammelten Besuchern bei der Eröffnung des Kongresses noch einmal vor Augen geführt wurde. Dazu zählen beispielsweise die Punkte:

  • Der Zugang zu Computern und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert, sollte unbegrenzt und vollständig sein.
  • Alle Informationen müssen frei sein.
  • Misstraue Autoritäten – fördere Dezentralisierung.
  • Computer können dein Leben zum Besseren verändern.

Im Gespräch mit Golem.de sagte CCC-Sprecher Linus Neumann: "Das Wichtigste, eine Gesellschaft auf den Umgang mit einer neuen Technologie vorzubereiten, ist ja, sie erst mal zu verstehen." Es sei "das Interesse des CCC, dafür zu sorgen, dass diese Technologie möglichst in den Dienst der Gesellschaft tritt, in die Dienste der Nutzer tritt und nicht unbedingt in den Dienst des Kapitals oder der Überwachung".

Doch das ist leichter gesagt als getan, wie das Beispiel der vor Kurzem erfolgten Einigung zur KI-Verordnung in der EU zeigt.

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Paradoxe Einigung auf KI-Verordnung 
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