KI: Angeblich halbe Milliarde US-Dollar in Tokens verbrannt
Ein namentlich nicht genanntes Unternehmen hat innerhalb von einem Monat versehentlich Tokens für Anthropics Claude AI im Wert von 500 Millionen US-Dollar verbraucht, wie Axios berichtet(öffnet im neuen Fenster). Offenbar wurde versäumt, ein Nutzungslimit für Beschäftigte einzurichten.
Dem Bericht zufolge kämpfen viele Unternehmen derzeit damit, dass ihre KI-Ausgaben nicht in erkennbare Rendite münden. Mitarbeiter nutzen Tools teils für Aufgaben ohne Wert für das Unternehmen, andere übertreiben den Token-Verbrauch gezielt, um interne Leistungsziele zu erfüllen. Dieses Muster hat inzwischen einen Namen: Tokenmaxxing.
Uber-CEO Dara Khosrowshahi sagte kürzlich, ein hoher Token-Verbrauch stehe in keinem nachweisbaren Zusammenhang mit nützlichen Ergebnissen. Amazon strich ein internes KI-Nutzungsranking, nachdem Mitarbeiter sinnlose Aufgaben ausführten, um im Leaderboard aufzusteigen.
Agentic AI als besonderer Kostentreiber
Besonders teuer sind sogenannte Agentic-AI-Systeme, die mehrere Aufgaben autonom hintereinanderschalten. Solche Workflows sollen bis zu 1.000-mal mehr Tokens verbrauchen als eine gewöhnliche Sprachmodellabfrage.
Das Unternehmen hinter dem 500-Millionen-Fall wurde von Axios und dem zitierten KI-Berater nicht genannt. Einige Nutzer auf X spekulierten, es könne Amazon betreffen, ohne jedoch Belege dafür zu nennen. Anthropic äußerte sich bisher nicht.
Branchenweites Erwachen bei KI-Governance
Der Fall reiht sich in eine Serie teurer Pannen ein. Im April erhielt ein Google-Cloud-Kunde eine Rechnung über 18.000 US-Dollar(öffnet im neuen Fenster), trotz eines Kontoguthabens von nur sieben US-Dollar. Im Mai verbrauchte der Entwickler des Tools Openclaw rund 1,3 Millionen US-Dollar an OpenAI-API-Tokens(öffnet im neuen Fenster) innerhalb eines einzigen Monats.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 31.05.2026 veröffentlicht. Da das Thema für unsere Leserschaft weiterhin von hohem Interesse ist, spielen wir den Beitrag an dieser Stelle erneut aus.
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