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KI als neue Atomwaffen: Das bizarre Politik-Manifest von Palantir

Wie ticken die Chefs der Überwachungsfirma Palantir? In 22 Thesen finden sich bedenkliche Überlegungen, auch zum Umgang mit Nachkriegs-Deutschland.
/ Friedhelm Greis
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Palantir-Chef Alex Karp auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (Bild: Denis Balibouse/Reuters)
Palantir-Chef Alex Karp auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Bild: Denis Balibouse/Reuters
Inhalt
  1. KI als neue Atomwaffen: Das bizarre Politik-Manifest von Palantir
  2. Viel Lob für die Auftraggeber in den Behörden

Wenn es eine Firma aus dem Silicon Valley gibt, die einen schlechten Ruf hat, dann ist es sicherlich Palantir. Die Produkte des Analyseunternehmens stehen in dem Verdacht, staatlichen Behörden Überwachungsinstrumente in die Hand zu geben und KI für militärische Zwecke ohne moralische Einschränkungen nutzbar zu machen. Dahinter scheint ein teils bizarres Politik- und Geschichtsverständnis zu stecken. Oder zumindest eine sehr fragwürdige Verkaufsmasche.

Das geht zumindest aus einem Beitrag auf X(öffnet im neuen Fenster) hervor, in dem Palantir den Inhalt des Buches The Technological Republic in 22 kurzen Thesen zusammenfasst. Das 2025 veröffentlichte Buch stammt von Palantir-Chef Alex Karp und dessen Rechtsberater Nicholas Zamiska. Laut Verlagsangaben(öffnet im neuen Fenster) geht es den beiden Autoren darum, "dass die Softwareindustrie ihr Engagement für die Bewältigung unserer dringlichsten Herausforderungen, einschließlich des neuen Wettrüstens im Bereich der künstlichen Intelligenz, erneuern muss, damit die USA und ihre Verbündeten ihre globale Vormachtstellung behalten und die Freiheiten bewahren können, die wir für selbstverständlich halten".

Eigenwerbung für Palantir-Produkte

Die 22 Thesen sind im Wesentlichen als Eigenwerbung für genau diejenigen Produkte zu verstehen, die Palantir der Regierung und dem Militär schon anbietet oder noch entwickeln möchte. So heißt es in Punkt 5: "Die Frage ist nicht, ob KI-Waffen entwickelt werden. Es geht darum, wer sie baut und zu welchem Zweck. Unsere Gegner werden nicht in theatralischen Debatten über die Vorzüge der Entwicklung von Technologien mit kritischen militärischen und nationalen Sicherheitsanwendungen verweilen. Sie werden voranschreiten."

Im Wettlauf um den Einsatz von KI-Waffen scheinen die Palantir-Chefs weniger Skrupel als die Konkurrenz von Anthropic zu haben. "Das Silicon Valley steht in moralischer Schuld gegenüber dem Land, das seinen Aufstieg ermöglichte. Die Ingenieurselite des Silicon Valley hat die Pflicht, sich an der Verteidigung der Nation zu beteiligen", heißt es in Punkt 1.

Anthropic lehnte hingegen den Einsatz seiner Systeme zur Überwachung von US-Bürgern und zur autonomen Tötung von Menschen im Krieg ab. Doch für Palantir sind KI-Waffen unverzichtbar: "Ein Zeitalter der Abschreckung, das Atomzeitalter, endet, und eine neue Ära der Abschreckung, basierend auf künstlicher Intelligenz, beginnt."

Karp und Zamiska wenden sich zudem gegen "die Tyrannei der Apps".


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