KI-Agenten: Vom Floppy-Controller zum modernen Kernel in zwei Tagen
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Dieser Artikel ist eine Übersetzung. Das Original findet sich hier im Blog des Softwareentwicklers Dimitry Brant(öffnet im neuen Fenster) .
Vorab etwas über mich: Eins meiner Hobbys ist es, Leuten dabei zu helfen, Daten von alten Bandkassetten wie QIC-80-Bändern wiederherzustellen. Die waren in den 1990er Jahren ein beliebtes Backup-Medium für Privatpersonen, kleine Unternehmen, BBS-Betreiber und ähnliche Nutzer.
Ich habe eine Schwäche für Magnetband. Irgendwas an dem Gefühl, es in der Hand zu spüren, macht mir sehr viel Freude – trotz der vielen Designschwächen. Mit ein bisschen Vorsicht bei der Inspektion und Überarbeitung sind die Daten auf diesen Bändern auch nach all den Jahren noch vollständig wiederherstellbar.
Auf CentOS 3.5 angewiesen
Immer, wenn ich ein QIC-80-Band zum Wiederherstellen bekomme, fahre ich einen meiner älteren PC-Arbeitsplätze hoch, an den das entsprechende Bandlaufwerk angeschlossen ist, und starte eine sehr alte Version von Linux (CentOS 3.5). Dies ist die einzige Möglichkeit, den ftape-Treiber zu verwenden, der für die Kommunikation mit diesem Bandlaufwerk erforderlich ist, und es ermöglicht, den Binärinhalt des Bandes zu sichern.
Das Laufwerk, das diese Bänder liest, ist nämlich mit dem Floppy-Controller auf der Hauptplatine verbunden. Dieser clevere Hack wurde aus Kostengründen entwickelt: Statt einen separaten SCSI-Adapter (die Standardschnittstelle für hochwertigere Bandmedien) zu kaufen, konnte man dieses Bandlaufwerk einfach an den Floppy-Controller anschließen, den die meisten PCs ohnehin hatten. Es kann sogar zusammen mit dem vorhandenen Floppy-Laufwerk über dasselbe Flachbandkabel betrieben werden.
Eine Datenrate von 500 Kbps
Der Nachteil war natürlich, dass die Datenrate durch die Geschwindigkeit des Floppy-Controllers, die bei etwa 500 Kbps (das sind Kilobit, nicht Byte) lag, begrenzt war. Ein weiterer Nachteil war, dass das Protokoll für die Kommunikation mit diesen Bandlaufwerken über den Floppy-Controller sehr unübersichtlich, nicht standardisiert und nicht besonders gut unterstützt war.
Es handelte sich in jeder Hinsicht um einen Hack: Das Bios des Motherboards wusste nichts von dem angeschlossenen Bandlaufwerk, und es lag vollständig in der Verantwortung der Endbenutzersoftware, genau zu wissen, wie die Hardware-E/A-Ports, Timings, Interrupts usw. zu manipulieren waren, um den Floppy-Controller dazu zu bringen, die entsprechenden Befehle an das Bandlaufwerk zu senden.
Es gab ein paar wenige proprietäre Tools für MS-DOS und Windows 3.x/9x für den Umgang mit diesen Laufwerken und nur eine Open-Source-Implementierung für Linux, nämlich ftape. Natürlich kann man diese ursprünglichen DOS/Windows-Tools zum Lesen der Bänder verwenden, aber nur ftape ermöglicht es, den rohen Binärinhalt des Bandes zu lesen – unabhängig davon, welche proprietäre Software ihn ursprünglich geschrieben hat.
Deshalb dumpe ich den Inhalt lieber und kümmere mich erst danach um die Dekodierung der proprietären logischen Formatierung und die anschließende Extraktion der Dateien.
Das Problem ist, dass der ftape-Treiber seit etwa 2000 nicht mehr unterstützt wird und daher aus dem Linux-Kernel entfernt wurde. Also muss ich jedes Mal, wenn ich mit einem dieser Laufwerke arbeite, eine verdammt veraltete Version von Linux ausführen. Wie cool wäre es, wenn ftape auf einer modernen Distribution funktionieren würde, mit all deren Vorteilen und Möglichkeiten.
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