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KI-Agenten kaufen ein: So sieht Visa die Zukunft beim Onlineshopping

Visa geht davon aus, dass Menschen bald nicht mehr selbst online einkaufen, sondern das komplett von einem KI-Agenten erledigen lassen.
/ Ingo Pakalski
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Visa glaubt, dass bald nur noch KI-Agenten onlineshoppen. (Bild: Pexels)
Visa glaubt, dass bald nur noch KI-Agenten onlineshoppen. Bild: Pexels

Visa rüstet sich für die Zukunft, wenn es um Onlineshopping geht, der wohl bald vielfach von KI-Agenten abgewickelt werden könnte. Der Anbieter von Kreditkarten sieht besondere Herausforderungen und will einen grundlegenden Rahmen für den agentenbasierten Handel schaffen, der eine sichere Kommunikation zwischen KI-Agenten und Händlern während jedes Transaktionsschritts ermöglichen soll.

Für diesen Zweck wurde das Trusted Agent Protocol vorgestellt, das eine neue Ära einläuten soll: Damit sollen KI-Agenten im Namen von Menschen nach Produkten suchen, diese vergleichen und auch einkaufen können. Dabei werde auch der Bezahlvorgang durch den KI-Agenten vorgenommen.

Das Protokoll wurde in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienstleister Cloudflare entwickelt und soll vertrauenswürdigen Agenten mit Handelsabsichten von böswilliger Automatisierungen und Rogue Bots unterscheiden können. Bei der Entwicklung des Protokolls seien Rückmeldungen von anderen frühen Partnern wie Adyen, Ant International, Checkout.com, Coinbase, Cybersource, Elavon, Fiserv, Microsoft, Nuvei, Shopify, Stripe und Worldpay eingeflossen.

Visa sieht Ökosystem des intelligenten Zahlungsverkehrs

Mit dem Protokoll sollen zugelassene KI-Agenten wichtige Informationen sicher an Händler weitergeben können. Visa spricht von einem in Entwicklung befindlichen Ökosystems des intelligenten Zahlungsverkehrs.

"Wir glauben, dass das gesamte Zahlungsökosystem die Verantwortung hat, sicherzustellen, dass Verkäufer KI-Agenten genauso vertrauen können wie ihren besten Kunden und Netzwerken" , sagte Jack Forestell, Chief Product & Strategy Officer bei Visa. "Im vergangenen Jahr haben wir eng mit Verkäufern, Emittenten und Partnern zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass von Agenten initiierte Transaktionen so nahtlos und sicher sind wie jede andere Zahlung heutzutage."

Das neue Visa-Agentenprotokoll konzentriere "sich auf die Schaffung einer No-Code-Funktion für Händler, um Agenten mit einer Kaufabsicht sicher zu identifizieren und ihren bekannten Nutzern ein besseres Zahlungs- und personalisiertes Erlebnis zu bieten."

Visa-Protokoll soll zu einem offenen Standard werden

"Die Zukunft des Handels zu sichern, ist eine gemeinsame Verantwortung, insbesondere wenn KI-Agenten beginnen, im Namen der Verbraucher zu handeln" , sagt Stephanie Cohen, Chief Strategy Officer bei Cloudflare. "Unsere Arbeit mit Visa am Trusted Agent Protocol ist ein wichtiger Schritt beim Aufbau der notwendigen Leitplanken für dieses neue Ökosystem."

Das Trusted Agent Protocol basiert auf dem grundlegenden HTTP Message Signature-Standard und ist mit Web Both Auth abgestimmt. Es soll Händlern erlauben, mit nur minimalen Änderungen auf den Shopping-Seiten das Einkaufen mittels KI-Agenten zu ermöglichen. Zudem soll es auf andere Protokolle erweiterbar sein.

Diese ersten Spezifikationen gelten vorerst nur für Einkäufe mit einer Visa-Karte, langfristig soll daraus ein offener Standard werden. Dafür werde sich Visa eng mit globalen Standardisierungsgremien wie IETF, OpenID Foundation und EMVCo abstimmen. Das Unternehmen werde unter anderem mit Coinbase zusammenarbeiten, um eine Interoperabilität mit x402 zu gewährleisten.

Das Trusted Agent Protocol wird über das Visa Developer Center(öffnet im neuen Fenster) und über Github(öffnet im neuen Fenster) bereitgestellt.


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