Keylogger-Vorfall: taz verschlüsselt jetzt interne Kommunikation

Ein Mitarbeiter der taz steht unter dem Verdacht, mittels eines Keyloggers seine Kollegen ausspioniert zu haben. Die Zeitung reagiert jetzt mit Schulungen und der Verschlüsselung interner Kommunikation. Gegen Keylogger dürfte das aber wenig helfen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Nach dem Keylogger-Zwischenfall zieht die taz jetzt erste Konsequenzen bei der Sicherheit.
Nach dem Keylogger-Zwischenfall zieht die taz jetzt erste Konsequenzen bei der Sicherheit. (Bild: taz.de/Screenshot: Golem.de)

Nach dem Auffliegen eines mutmaßlichen Spähangriffs auf die taz hat die Zeitung nun ihr Sicherheitskonzept überdacht. Die Redaktion sei teilweise auf verschlüsselte Kommunikation umgestiegen, und es gebe für Ressortleiter Schulungen in Sicherheitsfragen, erklärt die Chefredakteurin Ines Pohl. Der Vorfall habe gezeigt, dass es leicht sei, Zugang zu Daten zu bekommen. "Das verändert etwas am Gefühl", sagt Pohl.

Mit Keylogger Kollegen ausspioniert

Stellenmarkt
  1. Architect (m/f/d) for Test Automation
    Elektrobit Automotive GmbH, Braunschweig, München, Erlangen, Berlin
  2. Test Developer (m/f/d)
    Elektrobit Automotive GmbH, Berlin
Detailsuche

Hintergrund der Aktion ist ein Vorfall, der sich Ende Februar 2015 in den Redaktionsräumen der taz in Berlin zugetragen haben soll. Ein mittlerweile gekündigter Mitarbeiter soll mit Hilfe eines sogenannten Keyloggers die Rechner seiner Kollegen ausspioniert haben. Der Keylogger kam im Falle des taz-Redakteurs in Form eines USB-Sticks. Keylogger speichern vom Nutzer eingegebene Texte - auch Passwörter und andere sicherheitsrelevante Daten.

Gegen den mutmaßlichen Täter läuft mittlerweile ein Ermittlungsverfahren. Angeblich soll der Journalist ein Verfechter totaler Transparenz sein. Erst vor kurzem hatte er bereits für Schlagzeilen gesorgt, indem er der Süddeutschen Zeitung vorwarf, im Jahr 2007 in redaktionellen Beilagen "Schleichwerbung für Steuerhinterziehung" gemacht zu haben. Seine Behauptungen, die von der Zeitung zurückgewiesen wurden, belegte er mit heimlich aufgenommenen Gesprächsmitschnitten. Dies ist eine sehr grenzwertige Methode, die aber unter Umständen rechtlich erlaubt sein kann.

USB-Eingänge weiter offen

"Der Fall hat uns schwer erschüttert", sagt Pohl zum Keylogger-Vorfall. Inwieweit die neuen Maßnahmen jedoch vor erneuten Keylogger-Angriffen schützen werden, darf bezweifelt werden: Die USB-Zugänge an den Rechnern der Redaktion seien nach wie vor offen.

Golem Karrierewelt
  1. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    29.08.-01.09.2022, Virtuell
  2. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    11.-13.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Der taz zufolge wurde der Keylogger mindestens seit Anfang 2014 zum Ausspähen von Rechnern benutzt. Nach Analyse der gespeicherten Daten wurden Ressortleiter sowie aktuelle und ehemalige Redakteure ausgespäht. Auch in Rechnern von Praktikantinnen sei der Keylogger eingesetzt worden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


SimonB80 15. Aug 2016

Ein Keylogger kann viele Formen haben ... man sollte das einfach nicht vereinfachen. Ein...

airstryke1337 24. Mär 2015

ganz eifnach: das sollte das "fest verdratet" heissen - ein usb port ist potentiell...

robinx999 22. Mär 2015

Da es ja auch Modelle zum Einbau in einer Tastatur gibt dürfte eine Sichtkontrolle auch...

ableton 22. Mär 2015

Bis einer kommt und in deinem WiFi snifft.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krieg der Steine
Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden

Lego hat einen Rechtsstreit um Mini-Figuren gegen einen Spielwarenhändler gewonnen, der Figuren aus China verkauft hat.

Krieg der Steine: Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden
Artikel
  1. Smartphones: Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger
    Smartphones
    Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger

    Das Xiaomi Mix Fold 2 ähnelt dem Samsung Galaxy Fold 4. Es ist ähnlich gut ausgestattet, kostet aber wesentlich weniger Geld.

  2. USA: Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range
    USA
    Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range

    In den USA und Kanada übersteigt die Nachfrage nach dem Tesla Model 3 LR das Angebot, so dass Tesla erstmal keine Bestellungen mehr annimmt.

  3. Web Components mit StencilJS: Mehr Klarheit im Frontend
    Web Components mit StencilJS
    Mehr Klarheit im Frontend

    Je mehr UI/UX in Anwendungen vorkommt, desto mehr Unordnung gibt es im Frontend. StencilJS zeigt, wie man verschiedene Frameworks mit Web Components zusammenbringt.
    Eine Anleitung von Martin Reinhardt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • BenQ Mobiuz EX3410R 499€ • HyperX Cloud Flight heute für 44€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 5 5600X 169€, Intel Core i5-12400F 179€ und GIGABYTE RTX 3070 Ti Master 8G 699€ + 20€ Cashback) • Weekend Sale bei Alternate (u. a. AKRacing Master PRO für 353,99€) [Werbung]
    •  /