Tippen auf der Atreus benötigt Eingewöhnungszeit

Aufgrund der gegenüber herkömmlichen Tastaturen deutlich reduzierten Tastenanzahl ist das Schreiben auch für geübte Zehnfingertipper zunächst eine Herausforderung: Für Zahlen müssen wir die Fn-Taste sowie einen imaginären Ziffernblock im rechten Teil der Tastatur verwenden. Sonderzeichen wie Ausrufezeichen etc. sind im linken Bereich der Tastatur untergebracht und werden ebenfalls über die Fn-Taste erreicht.

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Im Auslieferungszustand sind etwa die Klammern auf den Buchstaben A und G untergebracht, dazwischen befinden sich die Pfeiltasten als Zweitbelegung auf den Tasten E, D, S und F. Manche Funktionen wie die F-Tasten oder die Home- und End-Tasten sind erst nach dem Druck auf die Fn-Taste und anschließend auf die ESC-Taste unten links zu erreichen - insgesamt können Nutzer sogar bis zu neun Layer anlegen und verwenden.

Derartige Mehrfachbelegungen sind bei ultrakompakten Tastaturen normal und quasi Teil der Nutzung - wer sich eine derartige Tastatur kauft, muss dies akzeptieren. Bei um die 40 Tasten ist es ohne Mehrfachbelegungen nicht möglich, alle notwendigen Funktionen einer modernen Tastatur unterzubringen. Um besonders am Anfang nicht komplett zu verzweifeln, hat Keyboardio der Atreus eine laminierte Übersicht der Tastenbelegung beigelegt. Deren Rückseite zeigt eine Blanko-Übersicht, in der Nutzer eigene Tastaturbelegungen eintragen können. Aus Erfahrung mit der OLKB Planck wissen wir, wie hilfreich eine derartige Übersicht am Anfang sein kann.

Ohne persönliche Anpassung wird es kaum gehen

Eine Anpassung ist für deutschsprachige Nutzer unserer Meinung nach unumgänglich: Die Atreus wird nur im QWERTY-Layout ausgeliefert, weshalb Umlaute kreuz und quer über die Tastatur verteilt sind, wenn die Tastatur an einem PC auf Deutsch verwendet wird. Bei derartig kompakten Keyboards hilft es generell, sich die Tasten je nach eigenem Bedürfnis anzupassen, nicht nur die Umlaute.

  • Die Keyboardio Atreus im Auslieferungszustand (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Tasten der Atreus sind in Spalten angeordnet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Insgesamt hat die Tastatur nur 44 Tasten. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Atreus, nachdem wir die Tastenbelegung an unsere Bedürfnisse angepasst und Tastenkappen für die Umlaute von einer anderen Tastatur eingesetzt haben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Unsere Atreus hat Box-White-Schalter von Kailh eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Tastaturkappen sind aus verhältnismäßig dickem Kunststoff (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Gehäuse der Tastatur ist relativ dünn. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Tippen auf der Atreus ist gewöhnungsbedürftig, nach einer Eingewöhnungszeit aber durchaus angenehm. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Die Atreus, nachdem wir die Tastenbelegung an unsere Bedürfnisse angepasst und Tastenkappen für die Umlaute von einer anderen Tastatur eingesetzt haben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
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Der Autor dieses Textes ist es beispielsweise gewöhnt, dass sich die Zurück-Taste oben rechts im Tastenblock befindet. In der ursprünglichen Belegung ist Backspace allerdings als mit dem linken Daumen zu erreichende Taste in der unteren Zeile platziert. Das Muskelgedächtnis des Autors macht dabei nicht mit und haut verlässlich mit dem kleinen Finger nach oben rechts - und trifft dabei stets die P-Taste. Auch die Leertaste ist etwas zu weit rechts platziert, die Shift-Taste hingegen nicht wie gewohnt am Rand. Hier mussten wir also entsprechend etwas ummodellieren.

Für die Umprogrammierung der Atreus können wir entweder ein neues Layout über die QMK-kompatible Open-Source-Firmware Kaleidoscope programmieren oder ein Programm mit grafischer Benutzeroberfläche verwenden. Bei der Programmierung der Tastatur sind recht umfangreiche Anpassungen möglich, die Atreus verwendet als Chip den bekannten Atmega32U4, der auch in der OLKB Planck steckt. Wer allerdings nicht vertraut genug mit C++ ist, kann das Programm Chrysalis verwenden, das keinerlei Programmierkenntnisse voraussetzt.

Chrysalis stellt die Atreus bildlich dar. Wir können eine Taste, die wir verändern wollen, anklicken und anschließend einen neuen Wert einstellen - sei es einen anderen Buchstaben, eine Funktionstaste, ein Makro, eine Mausfunktion, Medientasten und vieles mehr. Manche Optionen lassen sich noch nicht vollständig ohne eine selbst programmierte Firmware implementieren, etwa eine Tap-Dance-Sequenz. Diese ermöglicht verschiedene Eingaben, je nachdem, wie häufig eine Taste gedrückt wird. In Chrysalis können wir nur die Anzahl der notwendigen Tipper eingeben, aber nicht, welche Zeichen diese auslösen. An einer kompletten Umsetzung der Funktion in Chrysalis arbeiten die Keyboardio-Programmierer noch.

Chrysalis macht es deutschsprachigen Nutzern nicht einfach

Deutschsprachige Nutzer stehen zudem vor der Herausforderung, Umlaute und das ß sinnvoll auf der kompakten Tastatur unterzubringen. Dabei ergibt sich das Problem, dass Chrysalis lediglich die Eingabe des Alphabets ermöglicht, wie es in englischsprachigen Ländern verwendet wird. In der Auswahl der verfügbaren Zeichen befinden sich entsprechend keine Umlaute, das Programm erkennt auch nicht, dass wir die Tastatur unter Windows mit deutschem Layout verwenden.

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 Keyboardio Atreus im Test: Die Tastatur für platzbewusste ErgonomikerDeutschsprachige Nutzer müssen improvisieren 
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 19. Nov 2020

gelöscht

hhf1 18. Nov 2020

Freut mich ehrlich, wenn Du damit klarkommst. Ich bin da noch nicht an dem Punkt. Wenn...

Lacrimula 18. Nov 2020

Ja, finde die Tastatur auch potthässlich. ^^

mbirth 17. Nov 2020

Ich nutze UK Extended, weil das für unsere ISO-Layouts (1 Taste mehr) gemacht ist und da...



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