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Key-Verkäufer: Die Risiken bei Windows-11-Keys für 5 Euro

Eigentlich kostet Windows 11 mehr als 100 Euro. Doch schon eine Google-Suche bietet zig günstige Keys an. Der Preis dafür ist vor allem für Verkäufer höher.
/ Oliver Nickel
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Windows ist teils für sehr wenig Geld zu haben. (Bild: Microsoft/Montage: Golem)
Windows ist teils für sehr wenig Geld zu haben. Bild: Microsoft/Montage: Golem
Inhalt
  1. Key-Verkäufer: Die Risiken bei Windows-11-Keys für 5 Euro
  2. Strafverfahren wegen Kauf eines Windows-Keys?

Windows 11 kostet bei Microsoft offiziell mindestens 145 Euro. Eine Suche auf Google, einer anderen Suchmaschine oder einem Preisvergleichsportal gibt allerdings Preise aus, die weit darunter liegen. Warum also teuer bei Microsoft kaufen, wenn wir dafür auch 5 oder 10 Euro bei einem der vielen Key-Reseller ausgeben können? Selbst bei einem großen Versandhändler wie Amazon(öffnet im neuen Fenster) können wir das Betriebssystem günstiger erwerben.

Das Problem: Dahinter stecken meist Unternehmen, die selbst Keys aus Volumenlizenzen eingekauft haben. Diese umfassen in der Regel eine ganze Reihe von Produktschlüsseln für Unternehmen, damit sie ihr Computersortiment schnell und einfach aktivieren können. Viele dieser Schlüssel bleiben von Kunden oft ungenutzt. Manchmal werden sie von den zuständigen Admins oder auf andere Weise weitergegeben.

Allerdings verstößt bereits die Weitergabe von Volumenlizenzschlüsseln an Dritte gegen die Nutzungsbedingungen von Microsoft. "Wenn Sie eine Verkaufskopie von Windows installiert haben, müssen Sie eine andere Aktivierungsmethode verwenden, z. B. einen MAK oder durch den Kauf einer originalen Einzelhandelslizenz " , schreibt das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) zur Aktivierung von KMS-Clients.

Echtheitszertifikate erkennen

Um zu erkennen, ob es sich bei einer Windows-Version um eine legale Kopie handelt, sollen Kunden laut Microsoft auf das Echtheitszertifikat(öffnet im neuen Fenster) achten. Das ist ein glänzender Sticker, der an der Produktverpackung oder den Geräten selbst angebracht ist. Allerdings wurde Anfang März 2026 bereits gezeigt, dass dies keine Garantie ist.

Eine Frau aus Florida konnte Keys durch Echtheitszertifikate von einem Zwischenhändler erstehen und verkaufte die darauf gedruckten Keys an Endkunden weit unter Marktwert. Sie wurde verhaftet und zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. Denn Schlüssel mit Echtheitszertifikat dürfen laut Microsoft nicht einfach an Endkunden weiterverkauft werden. Sie sind ausschließlich für Systemhäuser und OEMs vorgesehen.

Diese Regeln gelten auch für den deutschen Markt. Vor allem ist es wichtig: Kaufen wir einen Produktschlüssel ohne die passende Lizenz, dann ist das eigentlich nicht zulässig. Bisher konnten in Deutschland aber nur Verkäufer dafür belangt werden. Lizenzen werden meist durch ein Echtheitszertifikat gegeben, die sich normalerweise nur auf teuren Retail-Kopien von Windows oder auf Hardware befinden.

"Wir empfehlen den Kauf entweder direkt von uns oder von einem offiziellen Partner wie Media Markt, Amazon oder Saturn" , schrieb der Microsoft-Support einem Golem-Leser auf Anfrage. "Sollte der Preis mehr als 20 oder 30 Prozent rabattiert sein, können Sie davon ausgehen, dass Sie eine nicht legale Lizenz kaufen, die vermutlich nicht funktionieren wird. Lizenzen, die Sie für 10 oder 20 Euro finden, sind in der Regel illegal erworben und werden weiterverkauft."

Teilweise ist nicht unbedingt direkt ersichtlich, welche Händler nun legal oder illegal Schlüssel verkaufen. Schließlich gibt es auch auf Amazon, das Microsoft als offiziellen Partner bezeichnet, weitaus günstigere Angebote. Besonders klar kommuniziert ist diese Situation also nicht. Der Preis ist aber meist ein Indikator dafür, ob ein Schlüssel offiziell oder inoffiziell verkauft wird. Letztere Angebote liegen des Öfteren bei nicht einmal 10 Prozent des offiziellen Windows-Preises.


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