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Das sagen Entwickler und Publisher

Das Erstaunliche: So ernüchternd die knapp sechsstündige Fragestunde gewesen sein mag, rückblickend war sie ein längst überfälliger Befreiungsschlag mit positiven Folgen. So ungeschickt G2A sich bei der Fragerunde verhalten hatte, so erfreulich waren die Maßnahmen, mit denen das Unternehmen auf die Kritik reagierte. Der zeitraubende Prozess, die portaleigene Versicherung G2S Shield zu kündigen, wurde beispielsweise auf wenige Schritte verkürzt. Des Weiteren strich G2A die manuelle Wohnort-Eingabe und tauschte sie gegen ein Geolocation-Verfahren, das Mehrwertsteuer-Schummeleien unterbinden soll.

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Eine weitere PR-basierte Charmeoffensive folgte im April 2017, als sich G2A entschied, seinen Marketing-Verantwortlichen Mario Mirek mit Entwicklern zu konfrontieren. Das geschah bei einem Auftritt während der Reboot 2017 im kroatischen Dubrovnik, wo er Spielestudios aus aller Welt Rede und Antwort stand.

Dabei ging es unter anderem um einen geplatzten Marketing-Deal mit Gearbox Software. Das Ergebnis war ein weiterer wenig glorreicher Auftritt mit zahlreichen Kommunikationspannen, die erst im Rahmen schriftlich nachgereichter Stellungnahmen richtiggestellt werden konnten. Immerhin: Es war der letzte Fall, in dem G2A ins Visier der Community geriet.

Der Beginn einer neuen Ära?

Heute hat G2A zwar immer noch den Ruf, in einem Graumarkt zu agieren, ist aber zumindest in den zurückliegenden 18 Monaten skandalfrei geblieben. Dass die über die Jahre ergänzten Sicherheits- und Vertrauensmaßnahmen verstärkt Wirkung zeigen, lässt sich am Ebay-Profil von G2A belegen, das mit mehr als 196.000 abgewickelten Verkäufen (Stand: Mitte November 2018) und einer Zufriedenheitsrate von 99,5 Prozent ansehnliche Werte aufweist. Gleiches gilt, wenn man sich stichprobenartig durch die Kundenkommentare großer Key-Reseller auf G2A.com klickt. Auch hier pendeln die Zahlen positiver Bewertungen häufig zwischen 98 und 99 Prozent.

Ist folglich alles in bester Ordnung? Nein, denn schaut man sich im Gegenzug auf externen Rating-Portalen wie Trustpilot.com um, wird schnell klar, dass eine optimale Kundenzufriedenheit längst nicht erreicht ist. Diverse Käufer klagen noch immer über Probleme mit nicht funktionierenden oder plötzlich deaktivierten Keys. Andere wiederum geben an, dass es ihnen schwerfällt, G2A Plus - den Premium-Abodienst des Portals - erfolgreich zu kündigen.

Hin und wieder schalten Kunden zudem den Paypal-Käuferschutz ein, weil der G2A-Support keine Klärung der Angelegenheit erreichen konnte. Der Fairness halber sei allerdings erwähnt, dass G2A auf Trustpilot noch immer einen sehr respektablen Trustscore (Stand 20.11.2018: 8,3 von 10 Punkten) vorweisen kann - und das bei mehr als 279.600 Bewertungen.

Publisher und Entwickler sind weiter skeptisch

Auch große Publisher sehen Key-Reseller weiterhin kritisch, ebenso kleine Entwicklerstudios, die auf jeden Euro an Einnahmen angewiesen sind. Einer der wenigen, die uns Rede und Antwort standen, war Jan Klose, Managing Director des deutschen Indie-Publishers Deck 13 (u.a. Ankh, Venetica, The Surge). Klose sagt: "Wir sprechen in unserer Rolle als Indie-Publisher praktisch mit jedem, der da draußen ist, auch mit Key-Resellern. Aber wir suchen sorgfältig aus, was für ein bestimmtes Spiel die besten Distributionswege sind." Und das seien diese in der Regel eben nicht.

"Am Ende sollte sich der Entwickler immer darauf konzentrieren, wo er wirklich Geld verdienen kann, und das sind die großen Sites mit gutem Ruf, die direkt vom Entwickler beliefert werden", sagt Klose. "G2A nutzt Deck 13 nicht." Seiner Ansicht nach sollten Entwickler vermeiden, "zu viele günstige oder kostenlose Keys zu verbreiten oder verbreiten zu lassen." Spielern rät er zum Kauf bei renommierten Download-Portalen wie etwa Steam und Gog.com. "Die meisten Games kosten dort nun wirklich nicht die Welt, und es gibt ständig Rabatte."

In dieselbe Kerbe schlägt der französische Spielehersteller Ubisoft: "Wir empfehlen den Kauf und den Download entweder direkt aus dem Uplay-Shop oder aber von Firmen und Partnern, die ein digitales Distributions-Abkommen mit Ubisoft abgeschlossen haben", heißt es in einem Statement für Golem.de. "Wenn sich Spieler entscheiden, einen CD-Key eines Ubisoft-Spiels von einem fragwürdigen Retailer oder Online-Marktplatz zu erwerben, dann setzen sie sich dem Risiko aus, einen ungültigen Schlüssel oder ein illegal erworbenes Produkt zu kaufen. Ubisoft behält sich außerdem das Recht vor, Keys, die auf unrechtmäßigem Weg erworben oder distribuiert wurden, zu sperren."

Blockchain als Lösung?

Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn Publisher weiter von Key-Resellern abraten und die Charmoffensive von G2A durchaus ihre Schwächen hatte, hat die Plattform sich bei der Community einigermaßen rehabilitiert. Wie nachhaltig das sein wird, bleibt allerdings abzuwarten, weil neue technische Entwicklungen den Markt verändern könnten.

  • Diese fünf G2A-Mitarbeiter stellten sich am 1. Februar 2017 in einer Reddit-Fragerunde den kritischen Nutzern - und blamierten sich gewaltig. (Quelle: Twitter)
  • G2A Shield funktioniert wie eine Versicherung und garantiert dem Käufer, dass das Spiel einwandfrei läuft. Auf Zufriedenheitsportalen hört man in jüngster Zeit allerdings immer wieder von Nutzern, die die Abovariante nicht loswerden. (Quelle: G2A.com)
  • "Vergiss die Preise, die du kennst. Nur die besten Angebote können überleben." Beim Bewerben neuer Rabattaktionen gibt sich G2A in der Regel kämpferisch. (Quelle: G2A.com)
  • Gamesrocket.de hat seinen Hauptsitz in Deutschland und bietet erstaunlich gute Preise. Die Neuveröffentlichung Call of Duty: Black Ops 4 war zum Testzeitpunkt allerdings ausverkauft. (Quelle: Gamesrocket.de)
  • Gamesplanet.com gehört zu Metaboli aus Frankreich und bezieht seine Keys direkt von den Herstellern beziehungsweise deren Vertriebsgesellschaften. (Quelle: Gamesplanet.com)
  • Der große Konkurrent von G2A.com heißt Kinguin. Auf der Website wirbt man mit herausgestellten Nutzerkommentaren um Vertrauen. (Quelle: Kinguin.net)
  • Ernsthafte Konkurrenz für Key-Reseller und Steam? Wer seine Digitalspiele zukünftig bei Robotcache.com kauft, darf sie nutzen und später im Tausch gegen eine Plattform-interne Währung weiterverkaufen. (Quelle: Robotcache.com)
Gamesrocket.de hat seinen Hauptsitz in Deutschland und bietet erstaunlich gute Preise. Die Neuveröffentlichung Call of Duty: Black Ops 4 war zum Testzeitpunkt allerdings ausverkauft. (Quelle: Gamesrocket.de)

Für Schnäppchenjäger werden Marktplätze wie G2A, Kinguin und Co. zweifellos auch mittelfristig Relevanz haben. Mit der zunehmenden Verbreitung der Blockchain-Technologie jedoch könnte der gesamte Sektor eine neue Richtung einschlagen. Grund: Im Blockchain-Zeitalter gibt Transparenz den Ton an. Sämtliche Informationen werden ständig dezentral verifiziert. Das Problem, dass sich Kunden mit einem bereits eingelösten Lizenzschlüssel herumschlagen müssen, wäre bei einem Blockchain-gekoppelten Key-Reseller-Portal vermutlich hinfällig. Gleiches gilt für gefälschte Nutzerprofile oder gezinkte Bewertungen. G2A selbst hat diesen Trend längst erkannt und bereits nennenswerte Investitionen in diesem Sektor getätigt.

Es ist aber auch eine ganz andere Entwicklung des Marktes denkbar, wie Jan Klose von Deck 13 erläutert: "Ich denke, dass die Spieledistribution den Weg von Netflix einschlagen wird und Portale um Exklusivtitel buhlen werden", sagt er. Dadurch würden die Key-Reseller an Bedeutung verlieren. Das Wichtigste neben der guten Qualität eines Spieles sei, dass es auch gefunden werde. "Die größte Herausforderung für kleine Studios wird daher das Marketing bleiben, an Plattformen herrscht kaum ein Mangel."

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 Key-Reseller: Das umstrittene Geschäft mit den günstigen Gaming-Keys
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amoerhan 14. Aug 2019

Das ist mir ehrlich gesagt alles zu einseitig. Fakt ist, Seiten wie Kinguin & Co...

Gtifighter 21. Dez 2018

I dont really understand your problem could you please offer more thorough information...

kaklaka 19. Dez 2018

Wenn du die AGB von Herstellern als Gesetz ansiehst wird dich hier niemand aufhalten...

thecrew 05. Dez 2018

Also ich weiß ja nicht ob du jemals als "Händler" Spiele eingekauft hast. Aber wo ich...

Gtifighter 05. Dez 2018

Das ist an dieser Stelle aber Aufgabe der Bank und nicht des Kunden oder des Händlers...


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