Kevin Mayer: Tiktok-Chef gibt wegen politischen Drucks auf

Nach nur wenigen Monaten wirft Tiktok-Chef Mayer wieder hin. Grund sind die neuen politischen Umstände in den USA und Indien.

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Kevin Mayer ist erst im Juni 2020 von Disney zu Tiktok gekommen.
Kevin Mayer ist erst im Juni 2020 von Disney zu Tiktok gekommen. (Bild: Brendan McDermid/Reuters)

Der Chef der populären Video-App Tiktok, Kevin Mayer, räumt nach nur wenigen Monaten wieder seinen Posten. Das geht einem Bericht der Financial Times zufolge aus einem Brief Mayers an die Mitarbeiter von Tiktok und des chinesischen Mutterkonzerns Bytedance hervor. Hintergrund des Rücktritts ist demnach der Versuch der US-Regierung, Bytedance mit Hilfe von Präsidentenerlassen zum Verkauf des US-Geschäfts zu zwingen.

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Laut Financial Times schrieb Mayer an die Mitarbeiter: "In den vergangenen Wochen, in denen sich das politische Umfeld stark verändert hat, habe ich intensiv darüber nachgedacht, was die neuen Unternehmensstrukturen erfordern und was dies für die globale Rolle bedeutet, für die ich angetreten war. Vor diesem Hintergrund und da wir eine baldige Lösung erwarten, möchte ich Sie alle schweren Herzens über meinen Entschluss informieren, dass ich das Unternehmen verlassen möchte." Tiktok-Managerin Vanessa Pappas soll vorübergehend das Unternehmen leiten.

Eine "baldige Lösung" der Situation könnte darin bestehen, dass Bytedance seine Aktivitäten in den USA und anderen Ländern an ein US-Unternehmen verkauft. Entsprechende Verhandlungen mit Microsoft werden bereits geführt.

Mayer war er im Juni vom US-Unterhaltungskonzern Disney zu Tiktok gekommen. Offenbar war ihm zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass die Video-App in den Handelsstreit zwischen US-Präsident Donald Trump und China hineingezogen werden könnte. Bei Disney hatte er erfolgreich den Streamingdienst Disney+ gestartet. Er galt Beobachtern zufolge als möglicher Nachfolger von Disney-Chef Bob Iger. Doch stattdessen kam der zuvor für die Freizeitparks zuständige Manager Bob Chapek zum Zuge.

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Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, zeigte Bytedance-Chef Zhang Yiming in einem weiteren Brief an die Mitarbeiter angesichts der weltweiten politischen Herausforderungen Verständnis für den Rücktritt Mayers. Auch in Indien wurde die Tiktok bereits verboten.

Nach Ansicht der US-Regierung stellt die App ein Sicherheitsrisiko dar, weil die Daten der US-Bürger von der chinesischen Regierung ausspioniert werden könnten. Tiktok hat die Vorwürfe am Montag in einer Klage gegen die Präsidentenerlasse Trumps zurückgewiesen. Darin zeigt sich Bytedance unter anderem irritiert, dass die Übernahme der App Musical.ly im Jahr 2017 zwei Jahre später noch einmal durch das US-Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) überprüft wurde. Die offizielle Überprüfung durch das CFIUS wurde demnach Mitte Juni, kurz nach Mayers Amtsantritt, gestartet.

In der Klage weist Tiktok ausdrücklich darauf hin, dass die verantwortlichen Manager, darunter Mayer, allesamt US-Amerikaner und in den USA tätig seien. Daher seien sie nicht chinesischen Gesetzen unterworfen. Darüber hinaus würden die Inhalte der US-amerikanischen Nutzer in den USA moderiert. Die Daten würden in den USA und in Singapur gespeichert.

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