Keurig 2.0 gehackt: Die DRM-geschützte Kaffeemaschine

Mit der Portionskaffeemaschine Keurig 2.0 lässt sich Kaffee nur mit speziellen Kapseln brauen. Drittanbieter haben durch eine eingebaute Sperre das Nachsehen. Das hat einen Hacker auf den Plan gerufen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Kaffeemaschine Keurig 2.0 hat eine Sperre. Sie wurde inzwischen ausgehebelt.
Die Kaffeemaschine Keurig 2.0 hat eine Sperre. Sie wurde inzwischen ausgehebelt. (Bild: Keurig)

Wenn sich jemand in den Weg des uneingeschränkten Kaffeegenusses stellt, kennen Hacker keinen Spaß. Das bekam der Hersteller einer Kaffeemaschine zu spüren, die nur eigene Kapseln akzeptiert: Das Gerät ist gehackt worden, sogar zweimal. Die Schwachstelle ist auf der sonst seriösen Mailingliste Full Disclosure veröffentlicht worden.

Stellenmarkt
  1. Frontend Developer (m/w/d)
    nexible GmbH, Düsseldorf
  2. Sachbearbeiter Datenmanagement Netz (m/w/d)
    WEMAG Netz GmbH, Schwerin
Detailsuche

Keurig 2.0 ist eine Portionskaffeemaschine, die mit eigenen Pads, den sogenannten K-Cups funktioniert. Vom Hersteller selbst gibt es verschiedene K-Cups, wahlweise mit Kaffee aus Guatemala, Nicaragua, Mexiko, Costa Rica, Kenia, Äthiopien, Sumatra, hell geröstet, dunkel geröstet - und ohne Koffein. 200 Sorten gibt es von Keurig. Auch Tee lässt sich mit dem Keurig brauen: Earl Gray, Englisch Breakfast und so weiter. Einige K-Cups haben einen RFID-Chip, der die Füllmenge an die Maschine übermittelt.

Gesperrte Kaffeemaschine

Abgesehen von der ganz eigenen Form will Keurig durch eine andere Maßnahme dafür sorgen, dass nur ihre K-Cups mit ihren Maschinen funktionieren: eine Sperre. Nur Lizenznehmer dürfen ihre eigenen K-Cups anbieten, etwa die Kaffeehauskette Starbucks.

Vorgestellt wurde die Keurig 2.0 bereits im Frühjahr 2014. Schon damals wurde das Ende des Internets der Dinge beklagt. "Das krampfhafte Durchsetzen eigener, geschlossener Systeme stellt ein großes Problem für das Internet der Dinge dar", schreibt etwa Daniel Kuhn bei Netzpiloten.de. Denn die Sperre stehe im Kontrast zu der Grundidee, dass alle Geräte untereinander über offene Standards kommunizieren sollen. Kuhn warnt zwar zu Recht, allerdings ist die Keurig 2.0 nicht mit dem Internet verbunden.

Eine Kaffeemaschine wie ein Drucker

Golem Akademie
  1. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  3. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
Weitere IT-Trainings

Dennoch erinnert das Konzept an das der Druckerhersteller: Die Geräte werden möglichst preiswert verkauft, und an den Druckerpatronen wird verdient. Als immer mehr Drittanbieter preiswertere Patronen angeboten haben, wehrten sich die Druckerhersteller teilweise vor Gericht. Es gab aber auch Fälle, in denen Drucker nach der Verwendung von Tinte von Drittherstellern nicht mehr ordentlich funktionierten.

Immerhin kosten 24 K-Cups mindestens 18 US-Dollar, was einen Preis von etwa 60 Euro-Cent pro Tasse ergibt. Hierzulande lag der Preis 2010 pro Tasse mit Kapseln bei 25 Euro-Cent. Die drei Versionen der Keurig 2.0 kosten zwischen 150 und 200 US-Dollar.

DRM geknackt

Bei der Keurig 2.0 passierte das Unvermeidliche: Der IT-Sicherheitsexperte Ken Buckler knackte das DRM der Maschine, wie er die Sperre bezeichnet. Denn die Portionskaffeemaschine erkennt eine originale K-Cup am Aufdruck der Abdeckung. Wird der Deckel fein säuberlich abgetrennt und innen an der Maschine befestigt, lässt sich eine fremde K-Cup darunter klemmen. Der Hack wurde bereits im September 2014 in einem Youtube-Video vorgestellt und gelangte vor wenigen Tagen als Schwachstelle in der Mailingliste Full Disclosure.

Wenige Tage später entdeckte Buckler, dass sich mit einem kleinen, in dem Deckel platzierten Magneten auch ein erweitertes Menü mit zusätzlichen Funktionen freischalten lässt.

Der Hersteller der Keurig 2.0 ist eigentlich ein Kaffeeröster. Green Mountain Coffee Roasters kaufte sich 1996 bei Keurig ein. Mindestens sieben Drittanbieter von nicht zugelassenen K-Cups haben wegen der Sperre in den USA und Kanada Klage eingereicht. Inzwischen stellt ein Drittanbieter eine kleine Kunststoffabdeckung bereit, die die Sperre ebenfalls umgeht. Er verteilt sie umsonst.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays

Zahlreiche Besitzer von Macbooks mit M1-Chip berichten über plötzlich gesprungene Displays - Apple geht von Fremdverschulden aus.

Apple: Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays
Artikel
  1. Gesetz tritt in Kraft: Die Uploadfilter sind da
    Gesetz tritt in Kraft
    Die Uploadfilter sind da

    Ab sofort haften große Plattformen für die Uploads ihrer Nutzer. Zu mehr Lizenzvereinbarungen hat das bei der Gema noch nicht geführt.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Mercedes-Benz: Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos
    Mercedes-Benz
    Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos

    Mehr Elektroautos bei Daimler bedeuten nach Ansicht der Chefetage weniger Arbeitsplätze. Grund sei der einfachere Einbau eines Elektromotors.

  3. VW, BMW, Daimler: Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller
    VW, BMW, Daimler
    Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller

    Das Elektroauto gewinnt an Fahrt bei den deutschen Herstellern und Autokäufern. Bei Angebot und Nachfrage dominiert China.

Anonymer Nutzer 16. Dez 2014

bitte noch die Liste mit Großraum-Diskos,Autos,Zigaretten usw. füllen

Anonymer Nutzer 16. Dez 2014

tja Geschmäcker sind halt unterschiedlich, mir schmeckt kein Kaffee vom Filter, egal ob...

Anonymer Nutzer 16. Dez 2014

Faulheit - ich selbe habe eine Dolce Gusto und bin einfach zu Faul irgendwas zu...

Doomhammer 16. Dez 2014

Wobei bei diesen Kapseln auch noch ein RFID-Chip dazukommt, womit der Aufwand, die...

Himmerlarschund... 15. Dez 2014

Ja, da ist was dran :)



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Acer XB323UGP (WQHD, 170Hz) 580,43€ • Acer XV340CKP (UWQHD, 144 Hz) 465,78€ • Razer BlackShark V2 + Base Station V2 Chroma 94,98€ • Mega-Marken-Sparen bei MM • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • Fallout 4 GOTY 9,99€ [Werbung]
    •  /