Supercomputer ersetzen Kernwaffentests

Heute spielen Supercomputer eine entscheidende Rolle. Zwar entwickelt offiziell keine Atommacht neue Sprengköpfe. Allerdings wird das bestehende Arsenal instandgehalten. Denn, wie beispielsweise das Los Alamos National Laboratory (LANL) freimütig verkündet, wurden diese nicht für die Ewigkeit gebaut. Sie müssen gewartet werden und ihre Komponenten verändern sich über die Zeit. Kernwaffentests verbietet der Kernwaffenteststopp-Vertrag, fast alle Staaten haben ihn unterzeichnet.

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Eine Alternative zum Ausprobieren musste also her. Die USA verzichten bereits seit 1992 auf Testzündungen, im selben Jahr wurde das Stockpile Stewardship Program ins Leben gerufen. Dessen Ziel: Computer zu bauen, die so leistungsfähig sind, dass sie eine sehr genaue Simulation der Explosion ermöglichen. Die zuständige National Nuclear Security Administration (NNSA), Teil des Energieministeriums (Department of Energy, DoE), sieht sich als Treiber der Nachfrage nach besonders leistungsfähigen Supercomputern.

Heute werden Kernwaffen virtuell gezündet. Das vermeidet die Risiken, die auch bei unterirdischen Tests existieren, und übertrifft die realen Tests sogar. Die Leistung der eingesetzten Supercomputer ist so groß, dass Simulationen mehr Erkenntnisse liefern als reale Detonationen. So werden auch Fragen geklärt, die bislang kein Explosionstest beantworten konnte, beispielsweise weshalb manche Explosionen nicht den Vorhersagen entsprechen.

Die leistungsfähigsten Computer für Kernwaffen

Halbjährlich wird die Liste der leistungsfähigsten Supercomputer, die Top500, aktualisiert. Auf den vorderen Plätzen finden sich stets mehrere Systeme, die auch der Kernwaffenforschung dienen. Allein das DoE der USA belegt drei der zehn obersten Plätze in der aktuellen Liste vom November 2021. Zwar wird die zivile Nutzung stets betont, doch die Aufrechterhaltung der nuklearen Abschreckung wird prominent dargestellt.

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Im Gegensatz dazu veröffentlicht das britische Atomic Weapons Establishment kaum Daten zu seinen Supercomputern, die es regelmäßig beschafft.

Anders, aber ähnlich ist die Situation in China: Hier veröffentlicht man zwar gern die Leistung, die zivilen Anwendungen werden jedoch in den Vordergrund gerückt. Das Land verfügt seit 2010 regelmäßig über den leistungsfähigsten Supercomputer der Welt. Erstmals erreichte mit Tianhe-1A 2010 ein chinesischer Rechner Platz eins der Top 500. Er wurde von der National University of Defense Technology (NUDT) entwickelt und mit Prozessoren von Intel sowie GPUs von Nvidia gebaut.

Beim Nachfolger Tianhe-2 ersetzten Intels Xeon Phi die GPUs als Rechenbeschleuniger. Der Phi war das Ergebnis von Intels erstem Versuch, einen leistungsfähigen Grafikchip zu entwickeln. Weitere Xeon Phi für eine Erweiterung von Tianhe-2 durfte Intel 2015 jedoch nicht liefern, die US-Regierung verweigerte die Ausfuhrgenehmigung. Grund war die Vermutung, der ebenfalls an der NUDT installierte Supercomputer diene der Kernwaffenforschung.

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 China zieht nachAuch die Zivilgesellschaft profitiert 
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jhi (Golem.de) 25. Mär 2022

Danke für das positive Feedback! Es freut mich sehr, dass der Artikel so gut ankommt. Was...

artem_stetsenko 23. Mär 2022

Scheint als wöllte man die nun fest geplanten Mehrausgaben / Investitionen in den...

bananensaft 23. Mär 2022

das man immer noch glaubt, dass Krieg/Waffenforschung den techn. Fortschritt ermöglicht...



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