Kernspaltung im All: Bis 2030 soll ein AKW auf dem Mond stehen

Mit parallelen Mitteilungen haben die Nasa(öffnet im neuen Fenster) und das US-Energieministerium(öffnet im neuen Fenster) einen bereits vor längerer Zeit gefassten Plan zur Errichtung eines Atomkraftwerks auf dem Mond bekräftigt. Es soll bis 2030 entwickelt werden und helfen, die Ziele des Programms Artemis für eine bemannte Mondlandung und einen zukünftigen Flug zum Mars zu realisieren.
Beide Ankündigungen beziehen sich auf eine Richtlinie zur Sicherstellung der Überlegenheit der USA im All(öffnet im neuen Fenster) , die von US-Präsident Donald Trump am 18. Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Neben Fragen der Verteidigung und der Errichtung einer Basis auf dem Mond geht es darin auch um Milliardenförderungen für private Weltraumunternehmen.
Diese sollen unter anderem einen Ersatz für die ISS bauen und die Kommerzialisierung der Raumfahrt im Allgemeinen vorantreiben. Außerdem ist explizit der Bau eines Atomreaktors auf dem Mond Teil der Richtlinie, den allerdings die Regierungsbehörden bauen sollen.
Fragwürdiger Zeitplan
Anders als in den Mitteilungen der Nasa und des Energieministeriums, laut denen die Entwicklung bis 2030 abgeschlossen sein soll, heißt es in der Ankündigung des Präsidenten, dass der Reaktor 2030 bereit für den Start sein solle. Immerhin lässt sich hier noch überlegen, ob der Betriebsstart oder der Start der Komponenten zum Mond gemeint ist.
Über die technischen Möglichkeiten für den Bau eines kompakten Kernreaktors, der Jahrzehnte ohne Unterbrechung läuft, verfügen die USA. Der Druckwasserreaktor S9G(öffnet im neuen Fenster) von General Electric beispielsweise wird in US-amerikanischen U-Booten eingesetzt. Er kann angeblich über 33 Jahre hinweg 30 Megawatt elektrische Leistung bereitstellen, ohne erneut mit Spaltmaterial befüllt zu werden.
Allerdings dürfte selbst ein solches Modell viel zu groß für einen Transport zum Mond sein. Gleichzeitig kommt die Entwicklung von kleinen, modularen Atomreaktoren, die mit wenigen Megawatt arbeiten könnten und in Serienproduktion vergleichsweise preiswert sein sollen, nur schleppend voran.
Der Autor meint dazu:
Aktuell sieht der Zeitplan von Artemis vor, dass spätestens 2030 Menschen auf dem Mond landen sollen. Ursprünglich hätte die Landung schon 2020 stattfinden sollen. Dass parallel dazu innerhalb von weniger als 5 Jahren ein mindestens tonnenschwerer, mit angereichertem Uran befüllter Atomreaktor, der erst noch entwickelt werden muss, seinen Weg auf die Mondoberfläche findet, ist mindestens fraglich.
Viel wahrscheinlich scheint es, dass in der Zwischenzeit China oder sogar die Esa mit preiswerten und erwiesenermaßen im All bestens funktionierenden Solarzellen und Batterien eine Stromversorgung auf dem Mond aufbauen. Dadurch ließe sich für Jahrzehnte eine sichere Versorgung erreichen, ohne das Risiko, bei einem missglückten Start ganze Landstriche zu kontaminieren.