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Kernkraft in der EU: Für jede Stadt ein eigenes Atomkraftwerk

Die EU -Kommissionspräsidentin beschwört Europas Führungsrolle in der Kernkraft. Modulare AKW sollen die Abhängigkeit von Öl und Gas beenden. Ein Ausblick.
/ Mario Petzold
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Hubert Aiwanger, Friedrich Merz, Markus Söder und Torsten Glauber (von links) vor dem AKW Isar (Bild: Getty Images/Lennart Preiss)
Hubert Aiwanger, Friedrich Merz, Markus Söder und Torsten Glauber (von links) vor dem AKW Isar Bild: Getty Images/Lennart Preiss
Inhalt
  1. Kernkraft in der EU: Für jede Stadt ein eigenes Atomkraftwerk
  2. Die neue Abhängigkeit heißt Uran, das Problem heißt Platzbedarf

Zugutehalten muss man Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin(öffnet im neuen Fenster) und damit hauptverantwortlich für die politischen Leitlinien der Europäischen Union, dass sie ihre Rede auf dem Zweiten Weltgipfel der Kernenergie gar nicht anders halten konnte ( hier im Wortlaut und als Video(öffnet im neuen Fenster) ). Bei einer solchen Zusammenkunft von Lobbygruppen redet man nicht schlecht über eine Technologie, die zuletzt eher mit unkalkulierbaren Entsorgungskosten, explodierenden Investitionen, mangelnder Innovationskraft oder Sicherheitsbedenken in Hinblick auf Unfälle und die Gewinnung von kernwaffenfähigen Elementen in Verbindung gebracht wurde.

Von der Leyen bedauert demnach das Ende der Atomkraft in Deutschland, im Grunde in ganz Europa. Und sie zeichnet ein Bild, in dem Kernenergie und erneuerbare Energien gemeinsam das Ende der Emissionen klimaschädlicher Gase und der Abhängigkeiten von Gas- und Öllieferungen einleiten. Dafür brauche es einheitliche Regelungen, staatliche Beihilfen und vor allem eine Strategie zur Entwicklung kleiner modularer Reaktoren (Small Modular Reactors oder kurz SMR).

Skalierung als einzig entscheidender Faktor

Immerhin kommt sie sofort auf das Hauptproblem von SMRs zu sprechen. Deren Bau ist aktuell und wird auch in nächster Zeit teurer sein als die Errichtung großer Atomkraftwerke, zumindest mit Blick auf die zu erwartende Strommenge.

Eine Studie der TU-Berlin(öffnet im neuen Fenster) rechnet vor, dass mindestens 3.000 dieser Kraftwerke gebaut werden müssten, bis eine Kostenparität zu bisherigen AKWs hergestellt ist.

In einer EU, die zumindest einen Teil ihrer Energie aus Kernkraft gewinnt und den fossilen Energieträgern abgeschworen hat, könnte dies sogar gelingen. Nur einmal angenommen, es wäre möglich, 10 Prozent des Energiebedarfs der EU über kleine modulare Kernkraftwerke abzudecken.


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