Abo
  • Services:
Anzeige
Experimentelle Visualisierung einer Feldlinie auf einer magnetischen Oberfläche
Experimentelle Visualisierung einer Feldlinie auf einer magnetischen Oberfläche (Bild: Nature Communications)

Kernfusion: Wendelstein 7-X funktioniert nach Plan

Experimentelle Visualisierung einer Feldlinie auf einer magnetischen Oberfläche
Experimentelle Visualisierung einer Feldlinie auf einer magnetischen Oberfläche (Bild: Nature Communications)

Die Abweichungen sind minimal: Forscher haben das Magnetfeld in der Plasmakammer des Fusionsreaktors Wendelstein 7-X untersucht. Sie haben herausgefunden, dass die komplexe Anlage genau so funktioniert, wie sie geplant wurde.

Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald arbeitet genau so, wie sie soll. Das haben Wissenschaftler aus Deutschland und den USA herausgefunden, die das Magnetfeld des Wendelstein 7-X untersucht haben. Vor einem Jahr wurde dort erstmals Plasma erzeugt.

Anzeige

Wendelstein 7-X ist ein Großexperiment der Max-Planck-Gesellschaft, an dem Plasma erzeugt wird. Die Erkenntnisse, die dort gewonnen werden, sind wichtig für die Fusionsforschung. Wendelstein ist ein Stellarator. Bei diesem Reaktortyp wird ein komplexeres Magnetfeld erzeugt als in einem Tokamak. Tokamak ist der verbreitetere Fusionsreaktortyp - der Forschungsreaktor Iter in Südfrankreich wird ein Tokamak.

50 Magnetspulen erzeugen ein Feld

Der Stellarator ist ein wulstartiger Ring mit einem Durchmesser von 16 Metern, der von einer komplizierten Struktur von 50 supraleitenden Magnetspulen umgeben ist. Sie erzeugen ein Magnetfeld, das das Plasma hält. Das Feld ist ringförmig und noch einmal in sich verdreht. Für ein derart komplex geformtes Magnetfeld bedarf es besonders geformter Spulen. Sie sehen aus wie zerquetschte Ringe und erinnern an moderne Skulpturen.

  • Der Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der große Moment: Wird alles klappen? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vor dem Start des Countdowns: Anspannung in der Glocke, von wo aus der Stellarator gesteuert wird. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Institutsleiter Thomas Klinger fordert das Publikum auf, die letzten zehn Sekunden laut mitzuzählen (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Premiere gelungen: Die Kameras im Stellarator haben das Heliumplasma aufgenommen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf den Erfolg darf angestoßen werden: Klinger, Betriebsdirektor Stefan Bosch und Sibylle Günter, die wissenschaftliche Direktorin (von links). (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Stellaratorhalle wird mit meterdicken Betontüren verschlossen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick auf das Außengefäß des Stellarators. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Viel ist nicht zu erkennen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die supraleitenden Magnete sind ohnehin im Außengefäß verborgen. Vor der Tür des Instituts steht ein Modell. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Modell eines Moduls des Stellarators. Er besteht aus fünf dieser Module, die fast identisch sind. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Der Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Dass die Anlage funktioniert, haben die Forscher des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) bereits bewiesen: Das erste Helium-Plasma wurde im Dezember 2015 erzeugt, das erste Wasserstoffplasma im Februar. Jetzt hat eine Gruppe von Forschern um Sam Lazerson vom Princeton Plasma Physics Laboratory (PPPL) nachgewiesen, dass das Magnetfeld genau so funktioniert wie vorgesehen. Das PPPL ist eine Forschungseinrichtung des US-Energieministeriums und hat fünf Magnetspulen für den Wendelstein 7-X gebaut.

Der Stab leuchtet

Um das Magnetfeld zu vermessen, gaben sie einen Elektronenstrahl in den Stellarator. Der bewegte sich entlang der Feldlinie durch das Plasmagefäß. Mit einem fluoreszierenden Stab lässt sich der Strahl sichtbar machen: Trafen die Elektronen auf den Stab, entsteht ein Leuchtpunkt. Der Stab wurde in der Kammer geschwenkt und machte so das in sich verdrehte Magnetfeld sichtbar.

Das Feld zeigte die erwartete Form. Die "sorgfältig abgestimmte Topologie der verschachtelten magnetischen Oberflächen, die für eine gute Einschließung benötigt wird", sei verwirklicht worden, schreiben die Forscher in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Nature Communications. Die Abweichungen seien kleiner als 1:100.000.

Das bedeutet auf eine Strecke von 100 Metern eine Abweichung von einem Millimeter. Eine solche Genauigkeit habe es bisher weder beim Bau einer Fusionsanlage gegeben noch bei der Messung einer magnetischen Topologie. Die Messungen fanden bereits vor der Inbetriebnahme des Wendelstein 7-X im vergangenen Dezember statt. Die Ergebnisse wurden aber erst jetzt veröffentlicht.


eye home zur Startseite
Moe479 07. Dez 2016

der effekt der hier genutzt werden soll ist, dass um ²H(Deuterium) fusioniert mit ³H...

DetlevCM 07. Dez 2016

Na ja, in England werden auch gern mal rückwirkend Gesetze geändert... das ist an sich...

CopyUndPaste 07. Dez 2016

Das ist tatsächlich hilfreich, danke. :)

DerVorhangZuUnd... 07. Dez 2016

Vorsicht... Wenn es dem Nachbarn auf den Sack geht, stellt der u.U. am Sonntag-Mittag...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. LivingData GmbH, Landshut, Nürnberg
  2. Fresenius Kabi Deutschland GmbH, Oberursel
  3. LogPay Financial Services GmbH, Eschborn
  4. OPITZ CONSULTING Deutschland GmbH, verschiedene Standorte


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,49€
  2. 9,99€
  3. 199,99€ - Release 13.10.

Folgen Sie uns
       


  1. Bundestagswahl 2017

    Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

  2. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  3. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  4. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  5. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken

  6. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  7. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  8. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  9. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  10. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten
  2. Merkel im Bundestag "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"
  3. TV-Duell Merkel-Schulz Die Digitalisierung schafft es nur ins Schlusswort

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  2. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern
  3. Meeting Owl KI-Eule erkennt Teilnehmer in Meetings

E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

  1. Re: Siemens hat eine gute Lösung in Parkhäusern

    bernstein | 21:04

  2. Re: Und bei DSL?

    bombinho | 21:03

  3. Mehr Kompexität?

    DY | 20:59

  4. Re: Wieso hat die PARTEI keine absolute Mehrheit?

    __destruct() | 20:59

  5. Re: Nichts

    __destruct() | 20:56


  1. 19:04

  2. 15:18

  3. 13:34

  4. 12:03

  5. 10:56

  6. 15:37

  7. 15:08

  8. 14:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel