Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Kernfusion: Realta Fusion erzeugt Rekord-Magnetfeld in Fusionsexperiment

Dieser Fortschritt soll der Kernfusion zum Durchbruch verhelfen.
/ Werner Pluta
51 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Experiment Wham: Fortschritte in der Supraleiter-Technologie und in der Plasmaphysik (Bild: Bryce Richter / UW–Madison)
Experiment Wham: Fortschritte in der Supraleiter-Technologie und in der Plasmaphysik Bild: Bryce Richter / UW–Madison

Neuer Rekord bei einem Fusionsexperiment: Realta Fusion hat das bisher stärkste stabile Magnetfeld bei einem Plasma-Experiment erzielt. Das ist nach Angaben des US-Start-ups ein wichtiger Schritt hin zur Kommerzialisierung der Kernfusion.

Realta Fusion setzt auf Fusion mittels magnetischem Einschluss(öffnet im neuen Fenster) . Dabei wird ein Millionen Grad heißes Plasma durch ein komplexes System aus Magnetfeldern gehalten. Nur bei diesen Temperaturen ist es möglich, die Abstoßung zweier positiv geladener Wasserstoff-Atomkerne zu überwinden und sie zu einem Heliumkern zu verschmelzen.

Die Forscher von Realta Fusion und der University of Wisconsin schlossen am Experiment Wisconsin HTS Axisymmetric Mirror(öffnet im neuen Fenster) (Wham) ein Plasma mit einer magnetischen Feldstärke von 17 Tesla ein. Dabei wurden erstmals Hochtemperatursupraleiter(öffnet im neuen Fenster) (HTSL) in einer Magnetspiegel-Konfiguration eingesetzt.

Ein großer Sprung nach vorn

"Die heutige Demonstration bringt den kompakten Magnetspiegel ernsthaft zurück ins Rennen um die kommerzielle Fusionsenergie" , sagte Realta-Fusion-Chef Kieran Furlong(öffnet im neuen Fenster) . "Es ist ein großer Sprung nach vorn für ein Konzept, das wirtschaftlich tragfähige, kohlenstofffreie Wärme und Elektrizität verspricht."

Wham ist das erste Gerät, das HTSL-Magnete mit mehreren Hochleistungs-Plasmaheizsystemen und einer fortschrittlichen Plasmakontrolle kombiniert. Durch diese Kombination soll Wham in Zukunft neue Rekorde bei der Plasmadichte erzielen und so den Weg zur kommerziellen Fusionsenergie bereiten. Realta Fusion wurde 2022 aus dem Wham-Projekt ausgegründet.

Magnetspiegel oder Magnetische Flasche(öffnet im neuen Fenster) wird eine Magnetfeldkonfiguration genannt, an deren Enden die magnetische Feldstärke höher ist als im Zentrum. In einer solchen Konfiguration können geladene Teilchen dauerhaft eingeschlossen werden. HTSL sind Stoffe, die höhere Sprungtemperaturen haben als übliche Supraleiter. Letztere werden knapp über dem absoluten Nullpunkt, der bei 0 Kelvin oder minus 273,15 Grad Celsius liegt, supraleitend, HTSL erreichen das hingegen schon deutlich früher im Bereich zwischen 92 Kelvin (minus 181 Grad Celsius) und 138 Kelvin (minus 135 Grad Celsius).

"Dies ist der Höhepunkt einer enormen Anstrengung des Wham-Teams und ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu Fusionskraftwerken" , sagte Cary Forest, Wisenschaftler an der University of Wisconsin und wisssenschaftlicher Leiter von Realta Fusion. "Mit dem Wham-Experiment haben wir Fortschritte in der Supraleiter-Technologie und in der Plasmaphysik zusammengebracht, um das Potenzial des kompakten Magnetspiegels als Fusionsenergiesystem zu demonstrieren."


Relevante Themen