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Kernfusion: Proxima Fusion sammelt 400 Millionen ein

Mit der neuen Finanzierung werden auch Gelder aus der Staatskasse fließen, um die erste Demonstrationsanlage für ein Stellarator-Fusionskraftwerk zu bauen.
/ Mario Petzold
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Eingeschlossenes Plasma in Wendelstein 7-X (nachträglich eingefärbt) (Bild: Max-Planck-Institut für Plasmaphysik)
Eingeschlossenes Plasma in Wendelstein 7-X (nachträglich eingefärbt) Bild: Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Proxima Fusion(öffnet im neuen Fenster), ein Fusions-Start-up aus München und Kooperationspartner des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, hat 411 Millionen Euro eingesammelt. Insgesamt ist das Unternehmen mit 2,4 Milliarden Euro bewertet, was es zum wertvollsten Fusionsunternehmen Europas macht.

Gleichzeitig sind die privaten Mittel eine Voraussetzung dafür, dass auch der Freistaat Bayern Fördergelder freigibt. Das geht aus der Absichtserklärung vom Februar 2026 hervor, an der neben dem Freistaat, dem Start-up und dem Max-Planck-Institut auch der Energiekonzern RWE beteiligt war.

Um den nächsten Projektschritt zu realisieren, den Bau der Demonstrationsanlage Alpha, in der eine kontrollierte Kernfusion stattfinden soll, fehlen jedoch noch 1,2 Milliarden Euro, die aus bundesweiten Fördermitteln stammen. Diese wurden jedoch noch nicht zugesagt.

Erwartungen übertroffen

Laut Max-Planck-Institut(öffnet im neuen Fenster) übertraf die eingesammelte Summe die Erwartungen, zumal das Geld in gerade einmal drei Monaten zusammengekommen ist. Entsprechend optimistisch zeigen sich die beteiligten Parteien, dass der Bau des Fusionsreaktors Alpha in Garching bei München begonnen werden kann.

Während bei Wendelstein 7-X am Max-Planck-Institut die grundlegende Funktionsfähigkeit eines magnetischen Einschlusses in Form eines Stellarators erforscht worden war, soll Alpha zeigen, dass die Technik geeignet ist, um im großen Stil extreme Hitze einzuschließen und abzuführen.

Anders als Iter, das Demonstrationskraftwerk für Kernfusion in Südfrankreich, nutzt der Stellarator ein schraubenlinienförmiges Magnetfeld. In der Theorie benötigt dieses deutlich weniger Energie zur Aufrechterhaltung des magnetischen Einschlusses eines über 100 Millionen Grad heißen Plasmas.

Dass das auch praktisch funktioniert, soll Alpha zeigen, bevor im kommenden Jahrzehnt mit Stellaris ein tatsächliches Fusionskraftwerk errichtet werden soll. Im April 2026 hatte Golem Gelegenheit, mit den Verantwortlichen von Proxima Fusion über die nächsten Projektschritte und technischen Herausforderungen zu sprechen.


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