Kernfusion: Neue Komponente des Wendelstein 7-X stellt Energierekord auf
Neuer Weltrekord am Wendelstein 7-X: Mit einer neu eingebauten Komponente wurde an der Fusionsforschungsanlage ein Rekord bei der Plasmaheizung erzielt.
Ein neues Gyrotron an Wendelstein 7-X hat 360 Sekunden lang eine Ausgangsleistung von 1,3 Megawatt bei einer Nennfrequenz von 140 Gigahertz geliefert. Das hat der französische Technologiekonzern Thales mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster) .
Die Kernfusion (g+) soll die saubere Energiequelle der Zukunft sein. Mit der Fusion von einem Gramm Brennstoff könnten rund 90.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden, etwa so viel wie durch die Verbrennung von elf Tonnen Kohle. Der 2015 eröffnete Wendelstein 7-X ist eine Forschungsanlage, an der an den Grundlagen für die Kernfusion geforscht wird.
Kernfusion braucht 100 Millionen Grad
Damit die Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium verschmelzen, müssen jedoch Bedingungen wie im Innern eines Sterns existieren: ein Druck von 200 Milliarden Bar und eine Temperatur von 15 Millionen Grad Celsius. Ein solcher Druck lässt sich auf der Erde nicht erzeugen, deshalb muss die Zündtemperatur umso höher sein – 100 Millionen Grad oder mehr.

Dafür wird Gyrotron(öffnet im neuen Fenster) eingesetzt: Diese Hochleistungs-Vakuumröhren erzeugen Mikrowellen, die ein Plasma auf die nötige Temperatur aufheizen und stabilisieren, damit die Bedingungen entstehen, unter denen Atomkerne fusionieren. Das neue Gyrotron liefert etwa 30 Prozent mehr Leistung als bisherige und wurde mit der neuen Versuchskampagne am Wendelstein 7-X, die im September gestartet ist, in Betrieb genommen.
Thales hat das Gyrotron TH1507U zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, das den Wendelstein 7-X betreibt, entwickelt. "Der von unserem Gyrotron aufgestellte Weltrekord ist ein wichtiger Meilenstein im Wettlauf um die Kernfusion" , sagte Charles-Antoine Goffin, der zuständige Bereichsleiter bei Thales.



