Kernfusion: Nächstes Segment der Plasmakammer in Iter installiert

Der internationale Versuchskernfusionsreaktor Iter(öffnet im neuen Fenster) hat das dritte von insgesamt neun Segmenten des ringförmigen Einschlusses erhalten. Damit sind 120 Grad der magnetischen Einschlusskammer für das Plasma installiert.
Das Segment, das 1.100 Tonnen wiegt, besteht aus einem Vakuumgefäß, einem Hitzeschutzschild und zwei supraleitenden Magneten. Es wurde zwei Tage lang an seine endgültige Position manövriert.
Aufhängung als Herausforderung
Anders als bei den beiden bereits verbauten Segmenten ist bei Modul Nummer 5, das jetzt installiert wurde, bereits die variable Lagerung vorhanden. Diese ermöglicht eine gewisse Beweglichkeit der insgesamt neun Bestandteile.
Für die weiteren sechs Elemente, 2026 wird das nächste erwartet, wird diese Lagerung noch eingebaut. Bei den beiden bereits vorhandenen Teilen muss sie nachträglich hinzugefügt werden.
Diese technische Lösung ist notwendig, weil der insgesamt 8.600 Tonnen schwere Behälter für das Plasma sich ausdehnt, wenn er seine Betriebstemperatur erreicht. Aus diesem Grund wird sich die Aufhängung der Segmente(öffnet im neuen Fenster) in einem Bereich zwischen 5 und 27 Grad neigen lassen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Vakuumbehälter trotz sich ändernder Abmessungen durch die Wärmeausdehnung dicht bleibt.
Alles im Zeitplan
Im Januar 2026 soll das nächste Segment folgen. Nach Aussage von Jens Reich, verantwortlich für den Zusammenbau, wurde ein verlässliches Vorgehen beim Platzieren der Module etabliert. So soll der komplette Ring bis 2027 wie geplant installiert sein.
Ursprünglich hätte der erste Betrieb bereits 2016 erfolgen sollen. Später wurde 2025 als Ziel ausgerufen. Mittlerweile gilt ein Betrieb mit voller Leistung bis 2039 als realistisch.



