Kernfusion: Marvel Fusion plant Laser für Militär und Medizin
Das deutsche Start-up Marvel Fusion(öffnet im neuen Fenster) , das an der laserbasierten Kernfusion arbeitet, erschließt neue Geschäftsfelder in der Militär-, Medizin- und Industriebranche. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) , reagiert das Unternehmen damit auf die langwierige Kommerzialisierung der Fusionsenergie . Während die Energieerzeugung das Primärziel bleibe, prüfe man derzeit, wie die entwickelten Hochleistungslaser kurzfristig in anderen Sektoren Werte schaffen können.
Ein konkretes Beispiel für diese Neuausrichtung ist die Entwicklung von Lasern zur Deaktivierung von Drohnen, was dem Unternehmen Zugang zu wachsenden Verteidigungsbudgets verschaffen würde. Auch medizinische Anwendungen stehen im Fokus. Damit reagiert Marvel Fusion auf die Skepsis einiger Investoren hinsichtlich der ehrgeizigen Zeitpläne für die Fusionstechnologie.
US-Förderung beschleunigt Expansion
Die Ambitionen in den USA konkretisierten sich zuletzt deutlich. Im September 2025 sicherte sich Marvel Fusion einen Grant des US-Energieministeriums (DOE), was als klares Signal für ein verstärktes Engagement in Übersee gewertet wird. In diesem Kontext erwägt das Management laut Insidern auch eine Verlegung des Hauptsitzes von Deutschland in die USA, um den Zugang zu Kapital zu verbessern. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.
Aktuell nutzt das Start-up eine Doppelstruktur: Der Hauptsitz in Deutschland greift auf die hiesige Ingenieursbasis zu, während eine Tochtergesellschaft in Colorado die technologische Zusammenarbeit mit der Colorado State University vorantreibt.
Verzögerungen bei Forschungsanlage in Colorado
Der Bau einer 150 Millionen US-Dollar teuren Forschungsanlage in Colorado, die ursprünglich in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen sollte, verzögert sich laut Insidern bis Anfang 2027. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte, dass die bauliche Fertigstellung für Ende 2026 geplant sei, die Installation der Laser jedoch bis ins Folgejahr andauern werde.
Zusätzlich prüft Marvel Fusion den Bau einer Prototypen-Fabrik in Denver. Das Unternehmen, das bisher rund 400 Millionen US-Dollar von Geldgebern wie Siemens Energy und EQT eingesammelt hat, wird derzeit mit etwa einer Milliarde Euro bewertet. Die Diversifizierung in die Rüstungs- und Medizintechnik soll die finanzielle Tragfähigkeit des Unternehmens sichern, während die hochkomplexe Entwicklung des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks bis Mitte der 2030er Jahre weiterverfolgt wird.



