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Fusionsreaktor Iter: eigene Währung entwickelt
Fusionsreaktor Iter: eigene Währung entwickelt (Bild: Iter)

Wer liefert was?

Im Herbst gab der Iter Council eine unabhängige Überprüfung des Projekts in Auftrag. Das Ergebnis will Iter-Direktor Bernard Bigot im April oder Mai bekanntgeben. Vor allem bei den Kosten wird es dann wohl Korrekturen geben.

Grund für die Verzögerungen ist die Besonderheit des Iter: Es ist eine Premiere, die erste Anlage dieser Art und Größe, ein Prototyp. Die nötigen Komponenten dafür müssen ebenso entwickelt werden wie Verfahren, Werkzeuge - oder Materialien: etwa ein spezieller Stahl, der Iter Grade Weld Steel, der sich dazu auszeichnet, dass er weniger Neutronen absorbiert als ein normaler Stahl und damit weniger stark kontaminiert wird. Oder das Material für supraleitende Magnete, Niob-Zinn (Nb3Sn): 500 Tonnen wurden dafür zwischen 2008 und 2015 hergestellt. Vorher belief sich die Jahresproduktion auf der ganzen Welt auf etwa 15 Tonnen.

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Die Partner liefern Komponenten

Auch die Organisation des Projekts ist ungewöhnlich: Die Komponenten für die Anlage fertigen und liefern die Partnerländer in Eigenregie. Am Anfang seien die Komponenten verteilt worden, und jeder der Partner habe auswählen können, erzählt Griffith. Die Auswahl sei nach zwei Kriterien erfolgt: So hätten sich die Länder für Komponenten entschieden, die von Vorteil und Wert sind, wie etwa die Supraleiter, an denen fast alle bauen. Oder sie hätten Komponenten aus Bereichen übernommen, in denen sie Kompetenzen aufbauen wollten.

  • Die Iter-Baustelle in Caradrache in Südfrankreich im September 2015 (Foto: Matthieu Colin/Iter)
  • Zu erkennen ist die Montagehalle, in der Komponenten des Fusionsreaktors vormontiert werden. (Foto: Matthieu Colin/Iter)
  • Das Reaktorgebäude entsteht daneben. Der Reaktor wird über 70 Meter hoch, davon sind 13 Meter unter der Erde. (Foto: Matthieu Colin/Iter)
  • 2007 war das Gelände gerodet. (Foto: AIF-VDC)
  • Drei Jahre später war es aufgeschüttet und die Baugrube ausgehoben. (Foto: Altivue-AIF)
Zu erkennen ist die Montagehalle, in der Komponenten des Fusionsreaktors vormontiert werden. (Foto: Matthieu Colin/Iter)

Bis es nach der Aufgabenverteilung losgehen konnte, dauert es dann eine Zeit: Jeder der Partner musste eine Agentur aufbauen, die die jeweiligen Aufträge ausschreibt und vergibt. In Europa macht das Fusion for Energy - The European Joint Undertaking for Iter and the Development for Fusion Energy (F4E), die in Barcelona ihren Sitz hat.

Iter hat eine eigene Währung

Geld erhält Iter praktisch nicht von den Mitgliedern. Diese leisten ihren Beitrag stattdessen in Form der Komponenten, als Sachleistungen oder In-Kind Contribution. Damit es gerecht zugeht und die Lasten gleichmäßig verteilt sind, wurde ein spezielles Abrechnungsmodell ersonnen: Für jedes Teil wurde ein Punktewert ermittelt, den die Mitgliedstaaten für die Lieferung gutgeschrieben bekommen. Abgerechnet werden die Punkte in einer eigenen Währung, der Iter Unit of Account (IUA).

"Die Art und Weise, wie wir Iter betreiben, ist nicht der schnellste Weg", sagt Griffith. Es ginge wahrscheinlich schneller, wenn Iter die Aufträge zentral vergeben würde und die Mitgliedsländer Geld überwiesen. Bei dem Projekt gehe es aber nicht nur darum, den Prototyp eines Fusionsreaktors zu bauen und dafür die nötige Technologie zu entwickeln, sondern auch darum, die Kompetenzgrundlage zu schaffen, um dann, wenn Iter funktioniert, weltweit Fusionskraftwerke zu bauen. "Das Ganze ist auch ein großes Lernprojekt, wo die beteiligten Nationen mitlernen", sagt Griffith.

Das Modell macht Iter aber nicht nur langsam.

 Kernfusion: Iter ist auf dem WegWie viel kostet Iter? 

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cpt.dirk 24. Mär 2016

Schöne, ideale Welt. Das Problem ist leider, dass bei der Verwendung von Deuterium durch...

cpt.dirk 24. Mär 2016

Die für Fusionsforschung verschwendeten Milliarden könnten möglicherweise weit...

MatroxVS3dfx 21. Mär 2016

Sagt mal versteht keiner das es sich hier um einen FORSCHUNGSREAKTOR handelt? Weder das...

cpt.dirk 13. Mär 2016

Schön gesagt.

cpt.dirk 13. Mär 2016

Es wäre mir neu, dass Atomkraft jetzt wieder ein Zukunftsmodell sein soll - außer für...



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