Kernfusion: Am Iter beginnt die Montage des Reaktors

Corona hat die Arbeiten am Iter in Südfrankreich verzögert. Der entscheidende Bauabschnitt des Fusionsreaktors hat mit Verspätung begonnen.

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Einbau der 1.250 Tonnen schweren Bodenplatte: First Plasma Ende 2025
Einbau der 1.250 Tonnen schweren Bodenplatte: First Plasma Ende 2025 (Bild: ITER Organizatio)

Der Bau geht in die entscheidende Phase: In Cadarache in Südfrankreich hat die Montage des Reaktors offiziell begonnen. Der Start der letzten Bauphase am Fusionsreaktor Iter wurde mit einer Feier begangen, zu der unter anderem der französische Staatspräsident Emmanuel Macron eine Videobotschaft sandte. Der Bau soll Ende 2024 fertiggestellt sein.

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In einem ersten Schritt des letzten Bauabschnitts wurde bereits Ende Mai die rund 1.250 Tonnen schwere Bodenplatte des Kryostat in die dafür vorgesehene Betongrube abgesenkt. Der Kryostat ist die Kühl- und Vakuumkammer, in der die ringförmige Reaktorkammer, der Tokamak, gebaut wird. Die Gebäude sind seit Ende vergangenen Jahres fertig.

Corona verzögerte die Arbeiten

Die in Indien gefertigte Bodenplatte ist die schwerste Komponente der Anlage und wird wegen ihrer Form auch Suppenschüssel genannt. Geplant war, dass sie im März dieses Jahres als erste Maschinenkomponente in den Tokamak-Komplex eingesetzt wird. Die Covid-19-Pandemie hat auch in Cadarache zu Verzögerungen geführt, unter anderem stockte die Produktion und die Anlieferung der Komponenten. Ganz eingestellt wurden die Arbeiten jedoch nicht.

Der Iter, eine Abkürzung für International Thermonuclear Experimental Reactor, ist ein Fusionsforschungsreaktor, an dem 35 Nationen beteiligt sind. Er wird der erste großtechnische Fusionsreaktor der Welt sein.

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Kernfusion ist die Art und Weise, wie auch Sterne ihre Energie gewinnen. Wasserstoffisotope Deuterium (D) und Tritium (T) werden zu einem Helium-Atom fusioniert. Damit die Kerne sich nicht abstoßen, wird in der Tokamakkammer bei einer Temperatur von 150 Millionen Grad ein Plasma aus den Wasserstoffisotopen erzeugt. Kollidieren in dem Plasma Ionen, stoßen sie sich nicht gegenseitig ab, sondern verschmelzen.

Dabei wird ein Neutron und viel Energie freigesetzt: Bei einer Heizleistung von 50 Megawatt sollen 500 Megawatt thermische Energie produziert werden. Bisher wurden zwar schon Kernfusionen durchgeführt, aber noch nicht mit einer positiven Energiebilanz. Das soll erstmals in Frankreich passieren.

Das Projekt ist wegen der Kosten von 20 Milliarden US-Dollar umstritten und stand schon mehrfach aber auf der Kippe, etwa als Partnerländer ausstiegen. Ende 2024 sollen die Arbeiten am Reaktor abgeschlossen sein. Im Dezember 2025 soll erstmals Plasma erzeugt werden. Danach sind weitere Arbeiten nötig, bis 2035 erstmals Deuterium und Tritium fusioniert werden können.

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