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(Bild: DijutalTim/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Kernel: ZFS für Linux bekommt GPL-Probleme

Der Linux-Port von ZFS nutzt keine GPL-kompatible Lizenz. Das wird für die Entwickler nun zum Problem, die bitten, eine Kernel-Schnittstelle von der GPL zu befreien. Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman gibt sich deshalb etwas ungehalten. Schließlich ist das Thema altbekannt.

Der Linux-Kernel verfügt mit dem Aufruf EXPORT_SYMBOL_GPL() über eine Methode, Schnittstellen so zu gestalten, dass diese nur von Modulen genutzt werden können, die unter der GPL oder einer kompatiblen Lizenz stehen. Für die Entwickler des Linux-Ports des Dateisystems ZFS wird das nun zum Problem, denn das Kernel-Team hat eine zuvor von ZFS nutzbare Schnittstelle entfernt. Die verfügbare Alternative verlangt aber explizit ein GPL-Modul, was ZFS nicht erfüllen kann.

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Der Entwickler Marc Dionne fragt deshalb auf der Kernel-Mailing-Liste, ob die GPL-Beschränkung aufgehoben werden könne, so dass die ZFS-Entwickler ihre Arbeit wie bisher einfach fortsetzen könnten. Der für die Entfernung des bisher nutzbaren Codes zuständige Sebastian Andrzej Siewior fragt deshalb auch öffentlich, ob diese Änderung zurückgenommen werden könne und inwiefern die GPL-Beschränkung überhaupt hilfreich sei. Ohne die verantwortlichen Maintainer, in diesem Fall die x86-Betreuer, mag auch er aber keine Entscheidung treffen.

Die inoffizielle Nummer 2 in der Rangliste der Kernel-Maintainer, Greg Kroah-Hartman, widerspricht der möglichen Aufhebung der GPL-Beschränkung jedoch. Zum einen habe diese Vorgehensweise in den vergangenen Jahren immer wieder geholfen. Darüber hinaus spiegele die für ZFS nun problematische Code-Änderung lediglich die übliche Vorgehensweise der Community wider. Immerhin werde die alte Schnittstelle von keinem System im Hauptzweig des Linux-Kernels mehr genutzt und brauche deshalb nicht mehr bereitzustehen.

Externe Module mit Problemen

Eine mögliche Umgehung der GPL-Beschränkung durch einen Wrapper, was Kroah-Hartman als "GPL-Kondom" bezeichnet, sieht dieser außerdem offenbar als klare Urheberrechtsverletzung an und damit als nicht umsetzbar. Ebenso könne er keinerlei Nachsicht für die Probleme von ZFS aufbringen. Mit der Wahl der CDDL für ZFS sollte der Code explizit inkompatibel zu Linux gemacht werden. Warum also sollte die Linux-Community Mehrarbeit aufbringen, um den Code zum Laufen zu bringen, fragt Kroah-Hartman.

Die Antwort darauf ist aus Sicht der ZFS-Entwickler klar. Die Änderung würde allen Nutzern ihres Linux-Ports helfen. Aus Sicht der Kernel-Entwickler stellt sich die ganze Angelegenheit wohl jedoch etwas anders dar. So ist in der Vergangenheit immer wieder gegen Module argumentiert worden, die nicht im Hauptzweig des Linux-Kernels entwickelt werden, wie eben ZFS.

Letzteres gilt insbesondere für jene Module, die eine zur GPL inkompatible Lizenz oder gar eine proprietäre Lizenz nutzen, wie etwa der Grafiktreiber von Nvidia. In den aktuell als stabil gepflegten Versionen wurde eine Schnittstelle sogar im Nachhinein explizit mit EXPORT_SYMBOL_GPL() markiert, um die Verwendung der Schnittstelle durch proprietäre Module zu erschweren. Das ist letztlich der Zweck dieser Technik und darauf spielt Kroah-Hartman wohl an, wenn er schreibt, die Verwendung des Aufrufs sei eine Hilfe.

Zwar ist eine endgültige Entscheidung in dem konkreten Fall noch nicht getroffen worden, ob sich die Kernel-Entwickler hier zugunsten von ZFS jedoch auf einen Kompromiss einlassen, ist derzeit aber eher ungewiss.