Kernel: US-Uni baut Linux-Support für verteilte Threads
Die Forscher der US-Universität Virgina Tech haben auf der Mailingliste des Linux-Kernels eine neue Technik vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) , die die bisherige Nutzung von Anwendungen in verteilten Systemen revolutionieren könnte. Sie nennen die Technik Popcorn Distributed Thread Execution und deren Ziel ist es, Anwendungen mit einer gemeinsamen Code-Basis auf verteilten Hostsystemen auszuführen.
In der Ankündigung heißt es konkret dazu: " Mit Popcorn können Anwendungen die Ausführung auf einem bestimmten Host starten und zur Laufzeit auf einen Remote-Host migrieren. Multithread-Anwendungen können einen bestimmten Thread auf einen Remote-Host migrieren."
Solche Migrationen lassen sich derzeit bereits mit Userspace-Werkzeugen wie Criu (Checkpoint/Restore In Userspace) umsetzen. Dabei werden die Anwendungen jedoch eingefroren, migriert und dann wieder ausgeführt. Im Gegensatz dazu ermöglicht Popcorn einen nahtlose und vor allem dynamische Migration ohne Nutzerinteraktion zwischen Hosts, während die Anwendung weiter ausgeführt wird.
Damit dies möglich ist, implementiert Popcorn ein Speichersystem für die verteilten Systeme, dass das bisherige virtuelle Speichersystem von Linux so erweitert, das Prozesse auch auf verschiedenen Systemen einen gemeinsamen und einheitlichen Speicher sehen. Die Kohärenz der virtuellen Speicherseiten auf verschiedenen physischen Systemen wird durch ein eigenes Protokoll sichergestellt.
Der nun vorgestellte Teil von Popcorn läuft nur auf x86. Es gebe aber auch eine Variante für weitere Architekturen wie ARM, dieser benötige aber auch Änderungen am Compiler und verschiedenen Werkzeugen. Das Team verzichtet deshalb vorerst darauf, dies auf der Kernel-Mailing-Liste zur Diskussion zu stellen.
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