Abo
  • Services:
Anzeige
USB-Treiber als Einfallstor für Angreifer sind ein unterschätztes Problem.
USB-Treiber als Einfallstor für Angreifer sind ein unterschätztes Problem. (Bild: Andreas Frank, Wikimedia Commons, CC by-sa 2.0)

Kernel-Treiber: Fuzzing deckt USB-Sicherheitslücken auf

Sicherheitslücken in USB-Treibern können eine einfache Möglichkeit darstellen, um Systeme zu übernehmen. Mittels Fuzzing-Technologien fanden zwei Sicherheitsforscher zahlreiche potenzielle Lücken in Linux-Treibern.

Anzeige

USB-Geräte als mögliche Einfallstore für Angriffe sind eigentlich keine Neuheit. Die beiden Sicherheitsforscher Sergej Schumilo und Ralf Spenneberg wiesen in ihrem Vortrag auf der Black Hat Europe darauf hin, dass bereits 2005 in einem Vortrag, ebenfalls auf einer Black Hat-Konferenz, vor entsprechenden Lücken gewarnt worden war. Trotzdem ist das Problem offenbar gravierend: Mit Hilfe von Fuzzing-Technologien fanden Schumilo und Spenneberg zahlreiche Bugs in Linux-Kernel-Treibern für USB-Geräte.

Zufälligen Eingabedaten

Die Idee des Fuzzings ist eigentlich simpel: Man versucht, möglichst viele fehlerhafte, zufällige Eingabedaten für ein System, das man testen möchte, zu generieren. Stürzen das untersuchte Programm oder das System dabei ab, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Sicherheitsproblem. Wie kritisch das Problem ist, muss jedoch im einzelnen untersucht werden.

Schumilo und Spenneberg haben mit Hilfe von QEMU und KVM versucht, die Treiber eines virtualisierten Linux-Systems zu testen. Im Vergleich zu echten Systemen hat die Virtualisierung den Vorteil, dass man deutlich schneller testen kann. Fuzzing ist meist nur erfolgreich, wenn man sehr viele mögliche Eingabedaten schicken kann. Zwei Strategien kamen hierbei zum Einsatz: Bei der ersten Methode wurde das System jeweils in seinen Ursprungszustand zurückgesetzt und ein erneuter Test-Payload an den virtuellen USB-Port gesendet. Bei der zweiten Methode wurden mehrere Payloads hintereinander gesendet - so lange, bis entweder das System abstürzte oder Speicherzugriffsfehler in Anwendungsprozessen auf dem System auftraten. Die zweite Methode war dabei deutlich schneller.

Getestet wurden 150 parallel laufende virtuelle Systeme, damit gelang es, etwa 77 Payloads pro Sekunde zu testen. Die Methode war damit deutlich schneller als bisherige Versuche, USB-Treiber zu fuzzen. Insgesamt fanden Schumilo und Spenneberg etwa 4.000 Payloads, die zu Abstürzen führten. Viele davon sind vermutlich Duplikate, die dieselben Bugs betreffen. Anhand der Ausgabe der Kernel-Abstürze schätzten die Forscher, dass es sich um etwa 20 bis 50 unterschiedliche Bugs handelt. Eine genauere Analyse der Payloads steht noch aus, die Fehler wurden somit bisher auch nicht an die Kernelentwickler gemeldet.

Vermutlich noch viel mehr Probleme

Die beteiligten Forscher gehen davon aus, dass sie bisher nur an der Oberfläche des Problems gekratzt haben. Vermutlich ließen sich mit ähnlichen Methoden viele weitere Fehler finden. Der Quellcode des verwendeten Fuzzing-Frameworks soll in Kürze auf Github veröffentlicht werden. Als nächstes wollen sie versuchen, ihre Methode auch unter Windows einzusetzen. Das Problem sei hierbei, dass es schwieriger sei, automatisiert zu erkennen, ob und warum unter Windows das System abgestürzt ist. Unter Linux lasse sich das einfach am Konsolenoutput ablesen.

Sicherheitslücken in USB-Treibern können dazu führen, dass man durch simples Anschließen eines manipulierten USB-Geräts Zugriff auf ein System erlangt. Da die Treiber im Kernelspace laufen, haben diese üblicherweise gleich die maximalen Rechte auf einem System. Vorstellbar ist etwa, entsprechende Geräte an einen kurze Zeit unbewachten Laptop mit gesperrtem Bildschirm anzuschließen oder jemandem einen USB-Stick zu geben.

Im Sommer gab es einen Vortrag auf der Black Hat in Las Vegas, der unter dem Stichwort Bad USB für einige Aufmerksamkeit sorgte. Die dort verwendeten Methoden basierten jedoch nicht auf Fehlern in Treibern, sondern auf grundsätzlichen Designproblemen von USB.


eye home zur Startseite
neocron 17. Okt 2014

sehr gut ... mein rechner geht teils schon aus, wenn ich den stecker versuche blind...

blizzy 17. Okt 2014

Die Duplikate rauszufinden kann man sich ja sparen. Man greift sich ein paar der...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. AEVI International GmbH, Berlin
  2. Comline AG, Dortmund
  3. über Hanseatisches Personalkontor Bremen, Bremen
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 1,49€
  2. 49,99€
  3. 9,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  2. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  3. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  4. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog

  5. Die Woche im Video

    Schwachstellen, wohin man schaut

  6. UAV

    Matternet startet Drohnenlieferdienst in der Schweiz

  7. Joint Venture

    Microsoft und Facebook verlegen Seekabel mit 160 Terabit/s

  8. Remote Forensics

    BKA kann eigenen Staatstrojaner nicht einsetzen

  9. Datenbank

    Börsengang von MongoDB soll 100 Millionen US-Dollar bringen

  10. NH-L9a-AM4 und NH-L12S

    Noctua bringt Mini-ITX-Kühler für Ryzen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Metroid Samus Returns im Kurztest: Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin
Metroid Samus Returns im Kurztest
Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin
  1. Doom, Wolfenstein, Minecraft Nintendo kriegt große Namen
  2. Nintendo Das NES Classic Mini kommt 2018 noch einmal auf den Markt
  3. Nintendo Mario verlegt keine Rohre mehr

Galaxy Note 8 im Test: Samsungs teure Dual-Kamera-Premiere
Galaxy Note 8 im Test
Samsungs teure Dual-Kamera-Premiere
  1. Galaxy S8 und Note 8 Bixby-Button lässt sich teilweise deaktivieren
  2. Videos Youtube bringt HDR auf Smartphones
  3. Galaxy Note 8 im Hands on Auch das Galaxy Note sieht jetzt doppelt - für 1.000 Euro

Zukunft des Autos: "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
Zukunft des Autos
"Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  1. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  2. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor
  3. ID Crozz VW stellt elektrisches Crossover vor

  1. Re: Sinnfrage

    motzerator | 14:59

  2. Re: Wie sicher sind solche Qi-Spulen vor Attacken?

    Johnny Cache | 14:59

  3. Re: Der starke Kleber

    iKnow23 | 14:58

  4. IP-Sperren SIND Netzsperren!

    Vögelchen | 14:56

  5. Es ist erstaunlich, dass...

    Vögelchen | 14:51


  1. 15:08

  2. 14:28

  3. 13:28

  4. 11:03

  5. 09:03

  6. 17:43

  7. 17:25

  8. 16:55


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel