Kernel-Treiber: Denuvo Anti-Cheat mit Doom Eternal veröffentlicht

Von Denuvo gibt es nun auch Anti-Cheat-Software. Sie wird auf Kernel-Ebene installiert und im Multiplayer von Doom Eternal eingesetzt.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Doom Eternal
Artwork von Doom Eternal (Bild: Bethesda)

Vielen PC-Spielern ist die Anti-Tamper-Software (Kopierschutz) des österreichischen Herstellers Denuvo geradezu verhasst. Nun hat das Unternehmen ein weiteres Programm veröffentlicht: Denuvo Anti-Cheat. Es kommt erstmals im Battlemode der PC-Version von Doom Eternal zum Einsatz.

Möglicherweise problematisch an Denuvo Anti-Cheat ist vor allem, dass es einen Treiber auf Kernelebene installiert. Das Programm startet nach Angaben des Herstellers aber nur, wenn das dazugehörende Spiel - in diesem Fall also Doom Eternal - ausgeführt wird.

Beim Beenden des Spiels werde auch Denuvo Anti-Cheat beendet, schreibt das Unternehmen Irdeto, zu dem Denuvo gehört, am 14. Mai 2020 in seinem Firmenblog. Bethesda, das Studio hinter Doom Eternal, schreibt das so ähnlich in den Patch Notes.

Mit diesem Funktionsprinzip unterscheidet sich Denuvo Anti-Cheat von einem sonst durchaus vergleichbaren Programm, das derzeit für Diskussionen sorgt: Die Anti-Cheat-Software Vanguard, die Riot Games für Valorant verwendet.

Vanguard wird ebenfalls auf Kernelebene installiert, läuft aber grundsätzlich immer im Hintergrund - also auch dann, wenn Valorant gar nicht gespielt wird. Erst nach Protesten hatte Riot Games die Software geändert: Jetzt sieht man ein (ausblendbares) Symbol am Bildschirmrand, über das die Ausführung von Vanguard unterbrochen werden kann.

Bei Denuvo Anti-Cheat ist das nicht nötig. Im Formenblog ist außerdem zu lesen, dass der Treiber beim Deinstallieren des dazugehörigen Spiels automatisch auch entfernt werde. Lediglich Spieler, die Doom Eternal direkt über Bethesda.net verwenden, müssen die Anti-Schummel-Software über Windows manuell entfernen.

Irdeto schreibt im Blog, dass Denuvo Anti-Cheat wirklich nur das Spiel überwache. Weder werde das System durchsucht, noch würden Angaben über den Nutzer erfasst. "Wir sammeln Informationen darüber, wie das Betriebssystem mit dem Spiel interagiert und senden die Informationen zur Erkennung von Cheats an von Amazon gehostete Server", ist im Blog zu lesen.

Der Anwender muss darauf vertrauen, dass das stimmt - die Angaben lassen sich nicht ohne weiteres überprüfen. Ähnlich sieht es bei der technischen Kompatibilität aus: Laut Irdeto ist Denuvo Anti-Cheat vor der nun erfolgten Veröffentlichung zusammen mit unabhängigen Entwicklerstudios in "vielen Millionen Gameplay-Sessions" getestet worden. Von technischen Problemen ist gar nicht erst die Rede.

Allerdings hatte auch Riot Games betont, dass man Vanguard mit großem Aufwand getestet habe, sowohl intern als auch mit externen Beratern. Seitdem ist aber einiges an Schwierigkeiten mit der Software bekannt geworden, die bei einigen Nutzern etwa Maus und Tastatur und bei anderen sogar den Kühler des PCs lahmgelegt haben soll.

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katze_sonne 18. Mai 2020

Nein. Was ich fordere ist nichts andere als eine Art (optionale) Sandbox, die einzelne...

tschick 18. Mai 2020

Oder der Skill, Aim und ganz besonders die KDR bei SP Kampagnen eine nachrangige Rolle...

[gelöscht] 18. Mai 2020

FreiGeistler 18. Mai 2020

Sage ich ja; einige Monate warten, Spiel kaufen, Crack downloaden. Läuft allgemein...



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