Kernel: Linux-Community will Richtlinie für Forschung erstellen

Im Streit um eingeschleuste Bugs will die Linux-Kernel-Community Regeln zur Forschung erstellen. Das IEEE entschuldigt sich außerdem.

Artikel veröffentlicht am , /Ulrich Bantle/Linux Magazin
Experimente mit der Linux-Community wird es wohl nicht mehr geben.
Experimente mit der Linux-Community wird es wohl nicht mehr geben. (Bild: JOHAN ORDONEZ/AFP via Getty Images)

In dem Streit um eingeschleuste Bugs der Linux-Kernel-Community mit Forschern der University of Minnesota (UMN) hat das für den Kernel zuständige technische Beratungsgremium (TAB) der Linux Foundation nun einen vorläufigen Abschlussbericht seiner Untersuchungen vorgelegt. Neben der technische Analyse, dass es keiner der Bugs in die stabilen Versionen des Linux-Kernel geschafft hat, kündigt das Team außerdem an, künftig einen Leitfaden zur Forschung mit dem Linux-Kernel bereitzustellen.

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Die Linux Foundation hatte zuvor bereits eine vollständige Offenlegung der Vorgänge durch die Universität gefordert und gesagt: "Wir ermutigen und begrüßen Forschung zur Verbesserung der Sicherheits- und Sicherheitsüberprüfungsprozesse. (...) Wir glauben jedoch, dass Experimente an Menschen ohne deren Zustimmung unethisch sind und wahrscheinlich viele rechtliche Probleme mit sich bringen".

In dem Bericht des TAB heißt es dazu nun: "Die Kernel-Community begrüßt die Hilfe und Teilnahme der Forschungsgemeinschaft. Wir wissen, dass es uns stärker und effektiver macht. Diese Arbeit muss aber auch zum Ziel der Community beitragen, einen robusten Kernel für die Produktion zu erstellen."

Umgesetzt werden soll dies über bestimmte Richtlinien und sogenannte Best Practices, die gemeinsam mit Forschungsgruppen erstellt werden sollen. Das soll vor allem künftig ähnliche Reibungspunkte wie die nun zu Tage getretenen vermeiden, hofft die Kernel-Community.

Auch IEEE entschuldigt sich

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Die Forscher der Universität Minnesota hatten dazu einen Vortrag zu ihren Arbeiten beim IEEE Symposium on Security and Privacy (IEEE S&P'21) eingereicht, der dort zunächst auch akzeptiert wurde. Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) bedauert nun aber, die ethischen Aspekte bei der Prüfung des Vortrags außer acht gelassen zu haben.

Genauer geht es darum, inwieweit die Forscher die Kernel-Maintainer als Versuchspersonen missbraucht, also Forschung mit menschlichen Versuchspersonen betrieben haben. Wie das IEEE in einer Stellungnahme (PDF) schreibt, sei dieser Aspekt bei der Aufnahme des Vortrags in das Programm des Symposiums nicht berücksichtigt worden.

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Das sei ein Fehler gewesen, der sich so nicht wiederholen solle, schreibt das IEEE. Man habe sich dafür nun Regeln auferlegt, die eine Prüfung von Vorträgen nach ethischen Kriterien vorschreiben. Die Forscher hätten ihren Vortrag inzwischen selbst zurückgezogen, berichtet das IEEE.

Die Forscher selbst hatten nur wenige Tage nach dem Beginn der Diskussion um Entschuldigung gebeten. Ebenso hatte sich die Führung des Informatik-Instituts der University of Minnesota eingeschaltet und versucht sich an einem möglichst transparenten Umgang mit den Vorkommnissen.

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